Rucksack Fjällräven Lappland Friluft 45
Von Dominic Stadler am 12. Juni 2018

Hallo und Waidmannsheil Zusammen, 

heute möchte ich Euch etwas über den Rucksack Fjällräven Lappland Friluft 45 berichten. 

Ich hatte mir den Rucksack noch vor Beginn meiner „Jagdkarriere“ angeschafft als Bergrucksack und für den Schiessstand, um Glock, Büchse, Munition etc. unterzubringen. Nun hab ich ihn ein paar mal auf der Jagd dabei gehabt und kann sowohl Positives als auch Negatives berichten. 


Zu Allererst das Positive: 

-Der Rucksack ist unverwüstlich. Durch den G1000 Stoff hält er jedem Gebüsch, Strauch, Dornen und der gleichen Stand. 

-Schultergurte, Brustgurt und Beckengurt sind individuell anpassbar, gut gepolstert und verteilen die Last optimal. Auch das Metallgestell, das im Rucksack verbaut ist üb ernimmt die Aufgabe der Stabilität und Verteilung optimal, sodass gestetst 12kg 8 Stunden Bergjagd incl. Auf- und Abstieg kein. Problem waren bzw. Keine Schmerzen verursacht haben.

-Die Fächer im „Deckel“ sind gut angelegt und erreichbar. Ich nutze sie für den schnellen Zugriff aufs Erste-Hilfe-Set und innenliegen für Schlüssel und Gerldtasche. Das HAuptfach is Ausrecihend groß für eine dicke Winterlodenjacke, ein Fliesshirt, ein Spektiv, ein Gugger, Hygieneset, Sitzpolster, Ersatz-Shirt und ein Jausenpaket. Der Zugriff kann sowohl von oben erfolgen, nach Öffnen des Deckels oder seitlich durch die angebrachten Reissverschlüsse. Jedoch ist es durch die Reissverschlüsse etwas fummelig, wenn man die vordere Tasche noch dran hat, da diese mit Riemen darüber befestigt wird. Die vordere Tasche kann sowohl als Zusatz, als separater kleiner Rucksack oder Gewehrhalter verwendet werden. Als kleinen Rucksack hab ich es bis jetzt noch nicht versucht, jedoch ist die Funktion als Gewehrhalter sehr gut. Die Büchse lag bei mir sehr gut im Mittelpunkt, war stabil ohne zu rutsche und das Glas wurde optimal geschützt, da es zwischen kleinem und großem Rucksack liegt. Auch beim steigen und klettern ist mir nie etwas störendes aufgefallen. Die zwei seitlichen Taschen habe ich für eine Trinkflasche und ein zweites Sitzpolster verwendet. Auf Grund der vielen Befestigungen kann man auch überall mal ein nass geschwitztes Shirt aussen am Rucksack zum trocknen transportieren. 

-Die Lüftung für den Rücken funktioniert durch das Metallgestell und das am Rücken anliegende Netz sehr gut. 

-Das mitgelieferte Schweisssäckchen in orange/realtree erfüllt seinen vorgesehenen Zweck.

-Für meine Größe (190cm/96kg) hat er eine sehr gut Größe/Länge, jedoch kann ich mir vorstellen, dass er für kleinere Menschen vielleicht doch etwas zu groß sein könnte. Meiner Frau mit 175 passt er gerade noch so von der Länge, wobei er natürlich für sie zu breit geschnitten ist. Dafür gibts es extra ein Damen-Modell dieses Rucksacks. 


Nun das Negative:

-beim zweiten Einsatz auf der Jagd ist mir die Verschlussschnalle am Beckengurt gebrochen (keine Ahnung wie ich das geschafft hab). Obwohl der Rucksack noch nicht mal ein Jahr alt ist, gibt es hier keine Garantie oder Kulanz von Fjällräven, so dass ich die Schnalle beim Einzelhandel seperat bestellen musst und nun seit 4 Woche warte, bis das irgendwann mal geliefert wird und es dann ein Schneider annähen kann. 

-Der Rucksack ist anfangs etwas wasserabweisend jedoch dauert es nicht lange, und man muss den mitgelieferten Regenschutz (weiss / orange realtree Optik) überziehen. Das geht nur ohne Büchse im Rucksack, da der Schutz für Transport mit Büchse zu klein ist. 

-Der Zugriff auf Material, dass unten im Rucksack gepackt ist, gestaltet sich schwierig, da man entweder oben öffnet und alles darüber liegende raus nimmt oder den kleineren Rucksack abnimmt und den seitlichen Reissverschluss sowieso den Klett oben (mit dem die Vorderseite befestigt wird) öffnet. Auch die Waffe kann nicht spontan ohne erhebliche Geräusche entnommen werden. 

-Das größte Thema ist hier meiner Meinung nach der Geräauschpegel bei diesem Rucksack. Abgesehen davon, dass das Auspacken der Sachen nicht geräuschlos möglich ist, verursacht auch jede noch so kleine Berührung am Baum, Strauch, etc. ein rauhes kratzendes Geräusch. Ein lautloser Zugriff ist selbst beim ansitz mit viel Geduld nicht möglich. Hier meine ich mit Geräusch jedoch kein Leises, dass zu vernachlässigen ist, sondern schon ein lauteres Geräusch. Ich würde es spontan mit einer modernen Hardschelljacke vergleichen, wenn der Ärmel etwas über den Bauch reibt. Im Test war das für das Wild definitiv hörbar auf ca 100 Meter, was ja bei der Jagd nicht gerade im Sinne des Erfinders ist. 


Fazit:

Für lange Wege, Wanderungen, Bergjagden mit Ansitz bei dem mal alles auspacken und bereits legen kann und wartet ist der Rucksack optimal, auf Grund seiner optimalen Tragekonstruktion und Waffentransport. Die Robustheit ist wohl unumstritten eine der Besten wenn nicht die Beste am Markt. Wer jedoch Wert auf „lautlos“ oder „geräuscharm“ legt, und wem der schnelle Zugriff auf den Inhalt wichtig ist, der sollte eher zu anderen Rucksacken greifen. (Gebirgsrucksack aus Loden, Jagdhund Staufen oder ähnliche...) 

Ich persönlich verwende den Friluft nur noch für Bergtouren ohne jagdlichen Hintergrund (wenn wir zu zweit unterwegs sind) und für extrem lange Wege bei denen man nicht durhc Gebüsch etc. muss. 

Für alles jagdliche, sowohl Ansitz, Pirsch, als auch die Hochgebirgsjagd verwende ich meine Lodengebirgsrucksack. Dieser ist mit selbst gebasteltem Brustgurt und quer umgehängter Büchse auch sehr bequem und leise. 


Ich hoffe, euch hiermit einen kleinen Einblick gegeben zu haben. Da natürlich jede Meine, und sei sie noch so objektiv, doch immer subjektiv bleibt (was ist laut, was ist leise), bietet sich natürlich immer das Angreifen im Geschäft an.


In diesem Waidmannsheil aus Tirol und noch einen schönen Tag. 




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