Minox DTC 550 Wildkamera
Von Patrik Bollrath am 1. Juni 2018

Minox DTC 550

Minox bietet derzeit verschiedene Wildkameras mit unterschiedlichster Ausstattung an. Die Minox DTC 550 wurde für ein Jahr im Revier eingesetzt und wir ziehen ein Resümee.

Wildkameras oder Fotofallen sind aus der heutigen Jagd nicht mehr wegzudenken. Sie sind die künstlichen Augen des Jägers geworden, die rund um die Uhr im Revier sind. Ob auf Wechseln, an der Kirrung oder zur Überwachung von jagdlichen Einrichtungen geben Sie Informationen, die sonst wahrscheinlich im Verborgenen bleiben würden. Ob es gilt eine Übersicht über das vorhandene Wild in einer bestimmten Ecke des Revieres zu erhalten oder gar die Uhrzeit und Regelmäßig z.B. des Schwarzwildes an der Kirrung zu dokumentieren, die Fotofallen bieten eine unerschöpfliche Quelle an stets interessanten Informationen. Die Minox DTC 550 ist ein solcher Revierspion.

Zunächst zu der technischen Ausstattung. Die DTC 550 verfügt über einen 5 MP CMOS Bildsensor. Zusätzlich ist es der Kamera möglich die Bilder auf bis zu 12 MP zu interpolieren, was z ueiner besseren Detailerkennbarkeit fürht. Ein mittleres Weitwinkel Objektiv erlaubt Aufnahmen mit einem horizontalen Blickwinkel von ca. 63 Grad und bietet somit einen genügend großen Fotobereich. Die Kamera ist mit einem Fixfokus ausgestattet, der es ihr ermöglicht alle Objekte ab einem Meter Entfernung scharf darzustellen. Es können unter den Einstellungen bis zu 9 Fotos pro Auslösung aktiviert werden. Ebenso ist ein Video oder ein kombinierte Modus wählbar. Die Video können mit einer höchsten Auflösung von 1920x1080p und 15 Frames per Second (Bilder pro Sekunde) oder auch in 1280x720 HD mit 30 Frames per Second dargestellt werden. Die Länge der Videos reicht von 10 bis 180 Sekunden. Eine Tonaufnahme findet ebenfalls statt. Eine wirklich sehr gute Eigenschaft der DTC 550 ist, die enorm kurze Auslösezeit von nur 0,4 Sekunden. Dies ist besonders vorteilhaft wenn die Kamera an Wechseln aufgestellt wird und sich die Tiere eher zügig an dieser vorbei bewegen. In der Nacht nutzt die Kamera 42 schwarze LEDs, sogenannte No-Glow-LEDs um das Foto zu beleuchten. Der Vorteil an den schwarzen LEDs ist das diese mit einer Wellenlänge von 940 nm weder von Menschen noch von Tieren gesehen werden und die Kamera somit auch bei Dunkelheit völlig unerkannt bleibt. Insbesondere bei Rotwild finde ich die schwarzen LEDs sehr gut, da ich die Erfahrung gemacht habe das Rotwild, auch wenn diese das rote Licht eigentlich nicht sehen dürften zum Teil schreckhaft auf die Auslösung reagieren. Die Reichweite des Blitzes beträgt ca. 15 Meter und die Stärke der Beleuchtung wird von der Kamera automatisch eingestellt, kann aber auch über eine manuelle Auswahl erfolgen. Sonst besitzt die Wildkamera noch weite nützliche Eigenschaften. So Zeigt der Zeitstempel neben Datum und Uhrzeit auch noch die Mondphase an. Es können außerdem zwei Zeitfenster pro Tag eingestellt werden sowie eine Zeitrafferfunktion, welche die Kamera in gewählten Abständen Bilder aufnehmen lässt, ohne dass der Sensor aktiviert wurde. Das Gehäuse ist wasserdicht und robust verarbeitet. Die Kamera fasst 8 AA-Batterien und kann mit diesen bis zu 6 Monaten einsatzbereit bleiben. Ein kleines 2.4 Zoll TFT Display lässt einen direkt vor Ort die Bilder auswerten. Die Kamera besitzt im hinteren Bereich eine Aufnahmevorrichtung für ein Kabelschloss, auch kann der Deckel mit einem kleinen Vorhängeschloss gegen unbefugtes Öffnen gesichert werden. Ein Sicherheitscode schützt die Kamera zusätzlich und macht sie so für fremde unbrauchbar. Weiteres Zubehör ist ein Stativfuß sowie ein Gabel um die Kamera auszulesen.

Im Revieralltag beeindruckte die Kamera durch eine sehr gute Qualität der Bilder. Insbesondere Aufnahmen bei Tageslicht waren wirklich von beeindruckender Farbe und gestochen scharf. Auch kleinste Details wie zum Beispiel die kleinen Knöpfe auf dem Rehhaupt entlarvten das Schmalreh als Knopfbock. Bei Nacht sind die Schwarzweißbilder gut zu erkennen und passend ausgeleuchtet. Wie bereits erwähnt sind die No-Glow LEDs nicht nur für das Bild äußerst praktisch, da diese nicht vom Wild gesehen werden. Auch Menschen die bei Dunkelheit den Bereich des Sensors passieren nehmen die Kamera nicht war. Zudem löst die Kamera absolut geräuschlos aus. Durch die schnelle Auslösezeit spielte die Kamera ihre Vorteile besonders an beliebten Wechseln aus. Wo bei anderen Modellen nur noch das Hinterteil des Stückes auf dem Foto zu sehen war, zeigte die DTC 550 das ganze Stück sobald sich dieses im Bereich des Sensors befand. Auch die Videos zeigten bei Tag und bei Nacht eine sehr gute Schärfe und somit gute Erkennbarkeit des Wildes. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zuverlässigkeit solcher Wildkameras. Nichts ist ärgerlicher wenn die Kirrung leer ist aber kein einziges Bild auf der Kamera. Über den gesamten Testzeitraum von Mai bis März konnte keine Fehlfunktion der Kamera dokumentiert oder festgestellt werden. Auch wenn die Kamera mehrere 100 Bilder pro Tag macht, halten die Batterien erstaunlich lange und wurden in dem gesamten Zeitraum nur vier Mal ausgetauscht. Andere Kameras die von uns im Einsatz waren haben hier einen bis fast doppelt so hohen Energieverbrauch. Der Preis bei bekannten Anbietern liegt bei ca. 120 € und macht die Kamera nicht nur aufgrund ihrer Qualität sondern auch durch dieses wirklich guten Preis sehr interessant. Wir werden uns in der Zukunft noch weitere Modelle der DTC 500 bei uns im Revier installieren. Als Fazit ist somit zu sagen das der Nutzer hier eine qualitativ hervorragende und zuverlässig arbeitende Kamera für einen sehr guten Preis erhält.

Kommentare

rgbg_jaga

Ich kann euren Bericht nur absolut zustimmen! Hab die Kamera selber seit 1 Jahr in Gebrauch - die Bilder sind sehr gut und die Auslösezeit ist genial.