Schmidt & Bender POLAR 2,5-10x50: Alles was zählt!
Von Jonas Reinhardt am 15. Mai 2018

Hallo liebe Gearfachleute,

hier findet sich viel zu ZEISS, Swaro oder LEICA aber nicht viel zur Traditionsmarke SCHMIDT & BENDER. Ich möchte das ändern, denn ich habe ein sehr sehr gutes Produkt im Einsatz, welches eine ganz klare Message hat: Das 2,5-10x50 Polar T96 bietet für mich genau das, was der deutsche Jäger braucht. Wie ich dazu komme, lest ihr jetzt:

Ich jage viel im Wald und viel in der Dämmerung oder Nacht. Meine vorwiegenden Distanzen liegen unter 200m Schussdistanz. Vorwiegende Wildarten sind Fuchs, Reh und Sau. Ich glaube also, ich bin ein wirklich durchschnittlicher deutscher Jäger!

Was wünsche ich mir von einem Zielfernrohr: Ich brauche Helligkeit, Zuverlässigkeit und einfache Handhabung. Stimmt ihr zu?

Böcke wie dieser kommen nicht bei bestem Licht! Und wenn man dann durchs Zielfernrohr anspricht braucht man helle Bilder mit Kontrast.

In die engere Auswahl kam das ZEISS Victory HT und eben das Schmidt und Bender. Ich habe dieses Mal bewusst auf Absehenschnellverstellungen, maximale Zoombereiche oder ähnliche Features verzichtet. Sowas habe ich auch, aber nicht für den täglichen Einsatz. Für das alltägliche wollte ich eben Helligkeit, Zuverlässigkeit und einfache Handhabung.

Ich habe einen guten Händler, welcher von meiner Optikaffinität weiß und auch weiß, das ich kein Zielfernrohr kaufe, ohne es im Revier getestet zu haben. Er gab mir beide Geräte mit und so konnte ich sie testen.

Im Revier zeigte sich vor allem eines: Das alberne Sprüchekloppen der Hersteller in Punkte Transmission macht Sinn. Beide Gläser haben Top Werte und sie liefern entsprechend gute Bilder, auch bei wirklich schlechtem Licht. Man merkt den Unterschied, wenn man mit einem älteren Standardglas vergleicht.

Ich gehe hier weniger auf das Design ein, denn das ist Geschmackssache. Die Formgebung von Schmidt & Bender ist jedenfalls charakteristisch.

Am Ende hatte das Polar die Nase vorn. Aus folgenden Gründen:

Helligkeit ist da! Das Bild ist sehr kontrastreich, was mir für das Ansprechen sehr wichtig ist.

Die Mechanik wirkt extrem solide. Ich habe diese auf dem Stand getestet, in dem ich mich "über die ganze Scheibe gegklickt" habe. Und endlich schafft es ein Hersteller auf die Türme zu schreiben, was man machen soll, um den Treffpunkt zu korrigieren. Glückwunsch!!! Tollen Bericht zum Testverfahren lest ihr hier: LINK

Verarbeitung ist ebenso gut. Ich stehe einfach auf Metalhaptik bei Jagdprodukten mit einem gewissen Preis. Hier ist alles Metal und das spürt man sofort. Die Mechanik und Verarbeitung vermitteln ein Gefühl der Unverwüstlichkeit.

Alles aus Metal und ohne Schnickschnack. Hier geht nichts kaputt und hier klappert auch nichts.

Fazit:

Ich habe ein Glas gesucht, das das Wesentliche liefert und das in Perfektion. Ich brauche für meine alltägliche Jagd nicht mehr und nicht weniger als das. Ein hoher Anspruch, der vom Schmidt & Bender Polar T96 erfüllt wird. Meine Empfehlung für echte Praktiker, die wissen worauf es bei Zieloptik ankommt. Ganz ohne Labor und Marketing, sondern rein aus der Praxis...

Verbesserungswünsche:

Der Leuchtpunkt ist ausreichend fein und scharf von der Kontur, auch die Steuerung passt mit den gebotenen Abstufungen. Was mir jedoch fehlt, ist ein Neigungssensor, der die Batterie schont. Abschaltautomatik nach 6 Stunden geht schon etwas zur Lasten der Batterie. Sicher ein Leichtes für das Team von Schmidt & Bender!?

Kommentare

Jan Hüffmeier

Interessanter Bericht und toll geschrieben! Verlinkst du noch das Testverfahren?! Das würde mich ebenfalls interessieren! Weiter so!

Jonas Reinhardt

Danke für das tolle Feedback! Habe ich so eben verlinkt, hier aber auch noch mal: https://www.geartester.de/articles/2044 .

valertgb

Super Bericht! Hab dieses Glas auch auf meiner Helix. Wird auch lange Zeit mein einziges Glas bleiben. Kleiner Tipp zur Batterie, im Turm der Höhenverstellung ist Platz für eine Ersatzbatterie. Eine nette gimmick wie ich finde!