Protect Hunt P10
Von Constantin_W am 22. März 2018

Mir fällt immer wieder auf, dass die großen Jagdmedien Innovationen oft nur sehen, wenn sie von den Großen der Branche entwickelt werden. Und auch da wird oft der letzte Schrott schnell zur Innovation emporgehoben (0.75 Vergrößerung ... da fällt einem nichts mehr bei ein) - der Kunde zahlt aber schließlich die Anzeige und so ist das wahrscheinlich auch verständlich. Zum Glück gibt es aber auch Plattformen wie Geartester und so kommt ihr auch in den Genuss weniger bekannter Ausrüstungsgegenstände. 

Aber hier ist nun eine der wirklichen diesjährigen Innovationen der IWA 2018. Die französische Firma Protect Hunt stellt nach einjährigem Bestehen ein Produkt vor, das P10. Ausgelöst durch diverse Unfälle auf Drückjagden wurde nach einer Lösung gesucht, um die Sicherheit der Mitjäger zu erhöhen. Wer sich Videos auf Youtube anguckt finden sie in Massen - Videos, bei denen Jäger im Rausch durch die Schützenlinie ziehen und Schüsse abgeben, in deren Hinterfeld deutlich Mitjäger zu erkennen sind. Im Stress und unter Adrenalin verschwimmt um das Ziel herum alles und die Beute wird das einzig Bestimmende.

Das P10 ist ein Gerät, welches mit einem elastischen Band um den Schaft der Waffe geschnallt wird. Danach wird die Waffe auf den linken Rand des sicheren Bereichs gerichtet und ein Knopf auf dem Gerät wird gedrückt. Das Gerät bestätigt die Aufnahme mit zwei Vibrationsstößen. Danach wird die Waffe durch den sicheren Bereich auf die rechte Grenze gerichtet und erneut wird der Knopf gedrückt, welches mit drei Vibtrationsstößen bestätigt wird. Jetzt wurde dem Gerät ein Winkel zugewiesen, in dem der Schütze schießen darf. Bewegt sich die Waffe über diese Grenze hinweg in einen gefährdeten Bereich beginnt das Gerät laut zu vibrieren. Der Vibrationsalarm ist sicherlich noch ausbaufähig, reicht aber bereits, um dem Schützen die Sicherheitsverletzung auch im Rausch begreiflich zu machen .

Die Batterie hält nach eigenen Angaben 8 Stunden durch und hält somit für eine gute Drückjagd. Es benötigt kein Netzwerk und ist somit auch im hintersten Busch nutzbar. Bei meinen Tests musste ich jedoch feststellen, dass das Gerät scheinbar mit einem Laser markiert und somit Fehleranfälligkeiten zeigt, wenn die Grenze durch einen Busch o.ä. dargestellt wird. Feste Ziele eignen sich eindeutig besser.

Bei wem der optische Anspruch des Kästchens eher Unmut auslöst, der bekommt aktuell vom Partner Verney Carron auch einen Schaft mit bereits eingebautem System. Diese Partnerschaft ist aktuell ersteinmal nur auf ein Jahr ausgelegt, was danach passiert, wird sich zeigen.

Für mich stellt das P10 einen wirklichen Sicherheitsgewinn dar. Zwar ist die Technologie aus meiner Sicht noch nicht vollständig ausgereift und eine Verbindung mit einer automatischen Sicherung wäre auch denkbar, aber die Richtung stimmt! Für gerade einmal 199 EUR wird das gute Stück momentan im eigenen Onlineshop von Protect Hunt angeboten.

Kommentare

Waidmann

Alles was zur Steigerung der Sicherheit dient finde ich grundsätzlich gut! Danke für die Vorstellung!
Allerdings sehe ich die Verantwortung des Schützen als maßgebend. Jäger im "Rausch - Zustand" haben auf der Jagd nichts verloren und Innovationen wie diese werden wohl nur bedingt greifen ...

Constantin_W

Wer unschuldig ist werfe den ersten Stein. Gerade nach langer Durststrecke glaube ich, dass die Mehrheit der Jäger im "Rausch Zustand" sind. Einer mit mehr Übersicht, der andere leider mit weniger. Und wenn es nur ein Leben versehrt hat sich das Gerät gelohnt. Das ist aber natürlich nur meine Meinung

Terrier__97

Also ich finde das ganze an sich sehr interessant, bin jedoch der Überzeugung, dass jemand, der ein soches Gerät nötig hat, um Sicherheitsbereiche einhuhalten bzw. das eigene Urteilsvermögen durch das des Gerätes eretzt, auf der Jagd nichts verloren hat! Dazu muss man als Jäger ohne jede Hilfe in der Lage sein.
Anwendung sehe ich für so etwas möglicherweise im Training. Wenn Jagdscheinanwärter die Waffenhandhabung lernen oder bei den ersten Schießstand oder - Kinobesuch.
Aber dennoch ein gelungener Bericht

XXX YYY

Ich finde das Gerät eine gelungene Ergänzung.
Ich mache ab und zu Schießstandaufsicht,seit NRW das neue Jagdgesetz bekommen hat,müssen Drückjagdteilnehmer den Schießnachweis vorzeigen.
Man glaubt gar nicht was man beim schießen des Schießnachweis zu sehen bekommt,da sträuben sich einem die Haare.
Die älteren Herrschaften haben eine Drückjagdeinladung erhalten,müssen noch schnell vorher den Nachweis schießen,treffen aber nichts und verhalten sich nicht Sicher im Umgang mit der Waffe.
Da wird einem Geld geboten um ein Auge zu zu drücken.
Wenn sie den Nachweis dann doch geschafft haben,möchte ich beim Jagen nicht der Nachbarschütze sein.
Denen würde ich so ein Gerät verordnen mit Schußsperre im gefährdeten Bereich.......

Wuidera

Ich sehe es auch so, dass man als Legalwaffenbesitzer in der Lage sein muss sich unter Kontrolle zu haben. Auf den Jagden die ich kenne wird sowas auch nicht toleriert. Das war dann die letzte Einladung und die Anzeige gibt es gratis zum Abschied.
Zusätzlich birgt das Gerät auch die Gefahr, dass sich der Anwender blind darauf verlässt. Was passiert denn wenn die Treiber/Hunde in der Dickung näher rücken und Wild genau dort auswechselt? Da vibriert dann nix und der Schütze ballert wild drauf los, weil das Gerät ihm das Denken abnimmt?

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