RWS ID CLASSIC 30-06 9,7 g / 150 gr
Von HUNTINGROOM am 19. Dezember 2017

Seit nun über 10 Jahren geht meine Familie mit der RWS ID CLASSIC 9,7 g in 30-06 zur Jagd. Ich habe seit 7 Jahren das Vergnügen mit dieser Munition zu jagen. Mein Vater, Bruder (Tim Hünemeyer) und ich, Jens Hünemeyer haben Schätzungsweise an die 1000 Stück Wild mit dieser Patrone erlegen können. Wir haben hauptsächlich auf Rotwild, Gamswild, Damwild, Sikawild, Muffelwild, Schwarzwild, Rehwild und Fuchs gejagt. Jede dieser Wildarten ist unterschiedlich schusshart und einer unterschiedlichen Gewichtsklasse zuzuordnen. RWS sagt die Munition ist Ideal für leichtes bis mittelschweres Wild geeignet, daher die passende Patrone für die genannte Wildarten.

Fangen wir mal mit dem Fuchs an und gehen auf die Wirkung und nachträgliche Balgverwertung ein. Die Wirkung des Geschosses ist bei Füchsen extrem. Es ist quasi so, dass egal wo man den Fuchs trifft, er verendet durch den Schuss. Bei Schüssen vom Haupt bis kurz vor die Keulen stirbt der Fuchs innerhalb von wenigen Sekunden. Durch den Scharfrand und dem weichen Bleikern ist die Schockwirkung besonders hoch, aber leider auch der Ausschuss ziemlich groß. Daher ist diese Patrone auf Füchse nicht zu empfehlen solange der Balg vernünftig verwertet werden soll.

Beim Rehwild steht besonders die Wildbretverwertung im Vordergrund und die Wirkung des Geschosses. Bei einem gezielten Schuss hinters Blatt liegt das Stück in der Regel im Knall und verendet sekundenschnell. Bei 1 von 10 Fällen flüchtet das Stück maximal noch 30 Meter. Die Hämatome am Ausschuss sind je nach dem ob man eine Rippe trifft relativ groß, aber das wenige Fleisch an den Rippen, das dadurch verfällt ist meiner Meinung nach unbedeutend. Bei Schüssen aufs Blatt liegt das Stück zu 99% immer, aber die Blätter sind zum Verzehr nicht mehr zu gebrauchen. Bei Waidwundschüssen liegen die Rehe zu 50% oder flüchten noch bis maximal 200 Metern und verenden spätestens nach wenigen Minuten. Bei Schüssen auf die Keulen kommt man normalerweise an einem Schweißhund nicht drum rum. Fluchten bis zum ersten Wundbett von 300 Metern ist möglich, aber mit einem guten Schweißhund sollte das überhaupt kein Problem sein. Am Anschuss ist immer viel Schweiß und Pirschzeichen zu finden.

Nun zu der Wildart, die vermutlich die meisten deutschen Jäger zum durchdrehen bringt, das Schwarzwild. Diesbezüglich sind unsere Erfahrung hauptsächlich auf Sauen bis 50 kg und 100+ kg. Sauen bis 50 kg liegen so gut wie immer mit Blattschuss im knall und schlegeln nur noch kurze Zeit. Ab 50 kg konnten selten kurze fluchten von 50 Meter oder mehr beobachtet werden, auch diese lagen meistens im Knall (Es wurde auf Sauen gejagt von einem Gewicht bis zu 200 kg). Manchmal wurden Steckschüsse bei Sauen ab 40kg festgestellt, jedoch lagen diese Stücke am Anschuss. Bei Schüssen hinter dem Blatt lagen bis jetzt die Sauen bis 40 kg fast immer im Feuer, jedoch wird das bei höherem Gewicht etwas anders. Wenn Sauen über 40 kg mit Schuss hinterm Blatt nicht im Feuer lagen, gab es aber in der Regel nur kurze Todesfluchten bis 150 Meter. Pirschzeichen sind auch fast immer vor zu finden, jedoch nicht so deutlich wie beim Rehwild. Bei Waidwund oder Keulenschüssen auf stärkere Sauen sind Wundbetten teilweise schon nach wenigen 100 Metern. Auf ein Nachsuchegespann kann man nicht verzichten, aber man hat ziemlich Gute Chancen.

Die Wildarten Gamswild, Damwild, Sikawild und Muffelwild will ich etwas kürzer fassen, da ich persönlich zwar alles außer Sikawild schon erlegt habe, aber nicht in so großer Menge, dass ich dazu eine eindeutige Meinung habe. Mit der RWS ID CLASSIC 9,7 g in 30-06 bin ich auf diese Wildarten mit Schüssen auf oder hinter dem Blatt sehr zufrieden. Wie man weiß ist Muffelwild besonders schusshart und das merkt man auch mit dieser sehr guten Patrone. Selbst mit Schüssen auf Kapitale Widder Spitz von vorne, aufs Blatt oder hinters Blatt treten gelegentlich Fluchten von 50-100 Meter auf.

Das größte Schalenwild und Hochwild in Deutschland ist das Rotwild. Ob Kapitaler Rothirsch oder nur ein Alttier mit Kalb, diese Wildart ist beeindruckend und majestätisch. Um so wichtiger ist es eine funktionierende Patrone zu führen, die hohe Präzision und Wirkung auf weist. Von den geschätzten 1000 Stück Wild sind bestimmt 150 Stück dem Rotwild zuzuordnen. Unsere Erfahrungen gehen daher vom Kalb mit 25 kg bis zum Rothirsch mit 250 kg. Egal ob Kalb oder Hirsch wir sind mit diesem Geschoss extrem zufrieden. Bei guten Schüssen liegt Kahlwild außerordentlich selten nicht im Knall und falls nicht, liegt das Stück spätestens nach 50 Meter. Hirsche mit Blattschuss verursachen oft einen Steckschuss, jedoch ist dann nicht mehr mit einer Flucht zu rechnen. Bei Schüssen direkt hinter dem Blatt ist fast immer eine kurze Todesflucht zu beobachten, diese beträgt 20-50 Meter. Bei Schüssen hinter dem Blatt treten nur manchmal Steckschüsse auf. Waidwundschüsse und Keulenschüsse können leider jedem mal passieren, umso wichtiger, dass man eine Patrone hat, die das Stück Wild so stark verletzt, dass es vom Nachsuchegespann gefunden werden kann. Das trifft bei der ID ClASSIC zu und bis zum ersten Wundbett ist es normal nicht weit vom Anschuss.

Zur Präzision haben wir Erfahrungen bis zu 350 Metern. Ich selber habe dieses Jagdjahr einen Rehbock auf 286 Metern mit sauberen Schuss erlegt. Außerdem war ich dieses Jahr auf dem 300 Meter Stand in Wetzlar und war erstaunt über die Präzision der Munition und meiner Waffe. Ob auf Rotwild, Schwarzwild, Gamswild oder Rehwild ist diese Patrone bis zu 300 Meter bedenkenlos zu führen und nur empfehlenswert.

Das Wild auf unseren Videos wurde mit der RWS ID CLASSIS im Kaliber 30-06 erlegt.

https://rws-munition.de/rws-jagd-bereich/rws-jagdmunition/rws-buechsenpatronen-fuer-den-jaeger/Product/show/id-classic-geschoss.html#!0/31/6


Jens Hünemeyer

Trägerschuss, lag im Feuer
Schuss spitz von vorne, lag im Feuer
Schuss hinterm Blatt, Bock lag im Knall
Spitz von vorne beschossen, Flucht circa 100 Meter
Steckte auf der Ausschussseite kurz vor der Decke bei einem Rothirsch


Kommentare

Jan Hüffmeier

Hey Jens! Super spannender Bericht! Gefällt mir richtig gut! Besonders Spannend das die ganze Familie das Kaliber und das Geschoss schießt und getestet hat!

Leonhardt

Moin,

sag mal, haben wir auf der DJ in Vollbüttel zusammen beim Schüsseltreiben gesessen? :D Kommst mir bekannt vor wenn ich die Bilder so sehe^^

HUNTINGROOM

Sehr gut möglich Leonhardt ! Ich war Jagdkönig bei der Jagd 😃

Leonhardt

Stimmt hattest glaube ich 4 Sauen erlegt, ne? Du warst glaube mit dem Vater/Sohn-Gespann aus HH da. Die Welt ist ein Dorf... :-D

HUNTINGROOM

3 Sauen 2 Rehe und 1 Fuchs. Genau ! 😃

Waidmann

Teilzerleger bleiben auch mein Favorit. Danke für den tollen Bericht!