RWS Speed Tip in .338 Lapua Magnum (8,6 x 70mm)
Von Sven Monz am 29. November 2017

Horrido liebe Jagdkameraden und Long Range Freunde!!

Heute möchte ich euch Munition in einem Kaliber vorstellen, welches bei der Jagd im kommen, aber doch eher selten ist. Die neue Munition von RWS in .338 Lapua Magnum.

Da ich in meiner freien Zeit nicht nur passionierter Jäger sondern auch begeisterter Long Range Schütze bin und die Möglichkeit habe, dieses auch bis auf ca 2000m auszuüben, wollte ich mir unbedingt die .338 LM zulegen, was ich dann auch tat. Zur verwendeten Waffe später mehr. Zur begrifflichen Erklärung, wenn ich hier von Long Range spreche, meine ich Entfernungen ab ca 500 Meter beginnend.

Ich möchte in dem Bericht auch ganz klar zwischen der Jagd und dem sportlichen Schießen trennen, oder jemanden hier zu weiten Schüssen auf Wild anstiften, denn auch mit viel Übung und bestem Material welches das durchaus zu leisten im Stande ist, würde ich keinem empfehlen weiter als 500m auf wild zu Schießen, abhängig vom verwendeten Kaliber. Es spielen so viele Faktoren bei einem solchen Schuss eine Rolle. Zum einen der Geschossabfall, der Wind, die Flugzeit des Geschosses, das Wild selbst nur um mal ein Paar davon aufzuzählen, so dass meiner Meinung nach ein sicherer tödlicher Schuss nicht immer Möglich ist.

Zu der Munition der Firma RWS/RUAG kam ich, da ich auf der Suche war nach einem Geschoss/Munition welche ich auf der Jagd sowohl auch zum Long Range Schießen verwenden kann. Da Meine Waffe keine leichten Geschosse aufgrund ihres Dralles verträgt musste eine Munition her mit einem Geschoss über 225 Grain, welche ich vorher ausprobiert habe. So entschied ich mich für das „Speed Tip Professional“, kurz ST von der Firma RWS/RUAG. Es ist ein 16,2 Gramm / 250 Grain schweres Geschoss basierend auf der H Mantel Technologie.

Das ST Geschoss von RWS hat einen 2-Kern-Aufbau aus Blei, basierend auf der H Mantel Technologie. Es wurde eine stromlinenförmige Geschossform gewählt. Die spezielle Geschossspitze verleiht dem Geschoss eine hohe Schock und Stoppwirkung, durch diese die Fluchtstrecken deutlich reduziert werden.

Der Aufbau des RWS Speed Tip Professional im Detail:

• Die Speed Tip Geschossspitze mit integrierter Hohlspitze und dem weichen Vorderkern sorgt für schnelles Ansprechen im Wildkörper.

• Zudem sorgt der vordere Geschosskern für höchste Wirksamkeit und sichere Augenblickswirkung.

• Durch den vernickelten Flussstahlmantel entsteht weniger Reibung im Lauf – zudem reduziert sich der Reinigungsaufwand der Büchse.

• Im Heck mündet das Geschoss in einem sogenannten V-Tail-Heck, das durch seine Form für Präzision und Flugstabilität auf weite Distanzen sorgt.

• Das Geschossheck ist formstabil und sorgt für einen sicheren Ausschuss.

In der Praxis:

Verwendete Waffe: Savage 110 FCP HS Precision Havy-Barrel Lauf 26“ mit 9“ Drall

Geschossen wurde: von 100m bis 1500m auf Stahl Pendelziele

Schützenscheibe auf 1300m

Sowie auf 100m, 200m und 300m auf Papierscheibe von BDS

Ich ging zum Einschießen der neuen Munition auf den Schießtand (100m). Auf diese Distanz, hatte mich die Munition von der Präzession nicht ganz überzeugt zum sportlichen Schießen. Jagdlich reichte der Streukreis für einen tödlichen Schuss allemal.

Doch ich weiß auch, dass es schwer ist ein Geschoss zu finden, welches von 100m bis hin zu 1500m die gleichbleibende Präzession liefert in Verbindung mit der Waffe. In den weiteren Tests habe ich festgestellt, dass das ST Geschoss seine Zeit brauch bis es sich Stabilisiert hat. Die besten Ergebnisse erzielte ich auf Entfernungen von 300m bis 500m. Mit einem Streukreis welcher nicht größer als ein Zwei Euro Stück war, worüber ich sehr positiv Überrascht war. Da RWS ja auch noch immer ein Jagdgeschoß gebaut hat, ist die Präzession für mich auch in diesem Bereich am wichtigsten. Die Ergebnisse können mit einer anderen Waffe schon wieder ganz anders aussehen. Ausschlaggeben ist die Drall und Lauflänge einer Waffe in Verbindung mit dem Geschossgewicht. Die Wiederlader unter uns wissen, dass ich auch noch mit der Setztiefe an der Präzession arbeiten kann. Die weiteren Entfernungen von 500m bis 1300m wurden in 100 Meter Schritten auf Stahl Pendelziele (30cmx30cm) Geschossen. Die Präzession ist in dem Bereich schwer Messbar. Ich machte es an der Ersttrefferwahrscheinlichkeit fest. Abgesehen von den Einflüssen des bescheidenen Wetters an diesem Tag, wir hatten sehr starken Seitenwind. Die gezeigte Leistung der Munition, hat mich voll und ganz Überzeugt. Auf 1000m stand eine „Mann“ Scheibe mit einer Breite von ca. 50cm, auch auf diese Distanz konnte sich das Trefferbild sehen lassen. Mit einem Preis von ca. 110 Euro für 20 Patronen, sollte man auch die gezeigte Präzession bekommen.

Jetzt denk der Ein oder Andere 110 Euro für 20 Patronen wären recht Teuer, aber Munition in diesem Kaliber ist leider nun mal kein Schnäppchen, dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man sich solch eine „Pille“ anschafft. Doch für mich ist es das Geld immer wieder wert, wenn ich meine .338 Lapua Magnum Schießen kann.

Ich konnte leider jagdlich noch keinen Erfolge mit dieser Munition erzielen und habe so keine Erfahrungen gemacht.

Fazit:

Zusammenfassend, die leichten Schwierigkeiten auf 100m die, jagdlich aber zu vertreten sind und der Preis der den ein oder anderen abschreckt, waren die einzigen negativen Punkte die ich aufzählen kann. Mittlerweile habe ich auch durch die RUAG/ RWS erfahren, dass dieses Problem mit der Präzession auf 100m behoben wurde und somit freue ich mich umso mehr auf das neue Los. Doch selbst mit diesen leichten Schwierigkeiten hätten mich die übrigen Eindrücke auf die weiteren Entfernungen absolut Überzeugt. Wer also ein Geschoss sucht, mit dem er auf weite Distanzen auf stärkeres Wild jagen kann und sich noch dem Long Range Schießen widmet bekommt mit der Munition einen guten Begleiter. Wer sich jetzt Munition anschafft wird sehen, wieviel Präzession er für sein Geld Bekommt. Allerdings, macht euch vorher schlau, welche Geschossgewichte eure Waffe braucht, im Bezug auf die Dralllänge. Denn ihr wisst, wenn man nicht schwimmen kann, liegt es immer an der Badehose… ;)

Horrido

Sven Monz
Spezialist

Kommentare

Janik Kosovic

Hallo,

sehr interessanter Bericht!

Ich interessiere mich sehr für das Long Range Shooting und würde gerne erfahren, wo Sie diese sportliche Disziplin ausüben können? Mehr Informationen wäre echt toll, evtl auch unter meiner Email Adresse: qoobumm@web.de

Blaubaer

Hallo,

sehr interessanter Bericht! Erstmal vorab:

/klugscheiss ein/
Immer wenn Du "Präzision" meinst, schreibst Du "Präzession", was etwas völlig anderes ist. /klugscheiss aus/

Mich würden zwei Dinge interessieren:
Wie sind Deine Erfahrungen mit vernickelten Flussstahlgeschossen? Wie reinigst Du den Lauf von den Nickelablagerungen (die ja von Laufreinigern nicht gelöst werden können)?
Hintergrund: Ich besitze ein Tikka T3 Tac in .300WM, mit der ich ausschliesslich Scheibenschiessen auf 300+ m mache und zwar ausschliesslich mit RWS Cineshot. Jetzt, nach mehreren hundert Schuss merke ich wie die Präzision nachlässt von 4-5cm Streukreisen (5 Schuss) auf 15+ cm. Ich habe mir mal mit dem Endoskop den Lauf angesehen und registriere Ablagerungen, die eigentlich nur Nickel sein können. Ich versuchte sie mit nur eingeschränktem Erfolg mit der Bronzebürste zu entfernen. Wie sind deine Erfahrungen?

Ich besitze ausserdem wie Du eine Savage 110 FCP in .338 LM. Eingeschossen habe ich die mit der Prvi Partizan Munition mit erschreckend bescheidenen Ergebnissen bereits auf 100m. Ich habe gehört, dass die Savage nicht gerne von Zweibeinen schiesst und für den Laufdrall sind eigentlich die 250gr Geschossgewicht immer noch zu leicht. 300gr sind eher angesagt. Wie sind Deine weitergehenden Erfahrungen mit dieser Büchse?

Dank & Gruss,
Andreas

balublaubaer(at)gmail.com

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