Das federleichte Schwergewicht von Zeiss – Das Victory SF
Von Stefan Hennecke am 27. November 2017

Liebe Geartester,

seit nunmehr einem halben Jahr habe ich einen neuen treuen Begleiter in meinem Jagdrucksack bzw. um meinen Hals. Das Zeiss Victory SF in der Ausführung 10x42.

Fast 200 Tage habe ich das Glas nun ausgiebig getestet um euch davon berichten zu können.

Ich habe seit dem Bestehen meines Jagdscheines ein 8x56 Fernglas um für alle Situationen gewappnet zu sein. Doch ich wollte mich und meine Jagdausrüstung auch mal weiterentwickeln und erweitern. Die Pirsch hat sich in den vergangenen Jahren zu meiner absoluten Lieblingsjagdform entwickelt und darauf muss man sich natürlich auch mit der passenden Ausrüstung einstellen. Für die weiten Wege die auf der Pirsch zum Teil zurückgelegt werden, muss selbstverständlich ein leichtes Glas her. Mit lediglich 780 Gramm ist das Victory SF natürlich ein absolutes Fliegengewicht. Selbst stundenlanges Tragen des Glases merkt man einfach gar nicht. Also ein dicker Pluspunkt. Einfaches Halten mit nur einer Hand ist kein Problem mehr.

Mit der einhändigen Führung und dem dazu entwickelten Smart-Focus-Concept kann das Wild schnell fokussiert werden. Gut ein Drittel weniger Wegstrecke muss vom Nahfokus zur maximalen Beobachtungsdistanz im Vergleich zu anderen Gläsern „zurückgelegt“ werden.

Ein Sehfeld von 120m auf 1.000m erlaubt natürlich auch eine unglaubliche Sichtbreite und viel Überblick.

Die Dioptrienausgleich ist sehr einfach zu bedienen, indem man das kleine Rädchen vor dem Fokussierrad leicht herauszieht und daran in die entsprechende Richtung dreht. Von +4 bis -4 ist alles möglich.

Die 10fache Vergrößerung ist für das Ansprechen auch auf weitere Distanzen von Vorteil und hat mir so manches Mal geholfen schon früh Bescheid zu wissen, was ich da eigentlich vor mir habe. Aber die 10fache Vergrößerung hat nicht nur Vorteile. Ich empfand das Bild manchmal als sehr wackelig, wenn ich das Glas mit nur einer Hand geführt habe und auf weitere Distanzen ansprechen wollte.

Darüber hinaus gibt es einen weiteren Punkt der zu kritisieren ist – die Leistung in der Dämmerung. Mit einer Dämmerungszahl von 'lediglich' 20,5 ist man zwar in einem annehmbaren Bereich, doch stößt man im Dunkeln damit wirklich an seine Grenzen. Aber dafür habe ich dann ja noch mein 8x56 ;-)

Mit einem Preis von gut 2000€ sollte man sich zweimal überlegen, welches Glas man sich anschafft. Ich kann jedoch eine klare Weiterempfehlung für jeden Pirschjäger aussprechen. Das Glas hat mir schon sehr viele schöne Bilder durch unschlagbar scharfe und kontrastreiche Bilder geliefert und wird dies in Zukunft auch hoffentlich noch weiter tun.

Bis dahin verbleibe ich mit kräftigen Waidmannsheil in der laufenden Drückjagdsaison und freue mich auf Berichte von jedem einzelnen Geartester!

Euer Sauerländer


Kommentare

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren