Gehörnbretter aus Birke selber machen...
Von Minos Dobat am 5. April 2015

Hallo zusammen,

ich möchte heute gleich nochmal einen Bericht für euch verfassen. Diesmal geht es um die Art und Weise, wie ich Gehörnbretter selber mache. Ich hatte es satt, das es zum einen in jedem Jägerwohnzimmer die gleichen etwas biederen Gehörnbretter zu sehen gibt, die auch noch 10 Euro das Stück kosten. Deshalb habe ich begonnen, die Schilder selber zu fertigen, um etwas individueller und kostengünstig unterwegs zu sein...

Das mache ich wie folgt:

Im Revier suche ich mir eine sturmgefällte Birke mit einem Stammdurchmesser von ca. 15 Zentimetern.

Sturmgefällt aus dem Grund, da ich gerne Stämme verarbeite, die schon etwas länger liegen und deshalb nicht nur trocken, sondern auch von Fäulnispilz durchzogen sind (das wirkt bei den Brettern nach meinem Geschmack sehr dekorativ).

Mit der Motorsäge schneide ich dann in einem fachen Winkel längliche Scheiben ab. Der Winkel ist wohl um 30° aber da muss man sich über Augenmass ran-probieren. Ich habe das selber nie ausgemessen. Hilfreich ist es ein Gehörn als Grundmaß dabei zu haben. Ich mach die Bretter immer rund 1,5 Zentimeter Dick - aber auch das mache ich immer nur per Augenmaß.

Die Motorsäge hat einen sehr groben Schnitt und die Sichtfläche der Platten muss nach dem Zusägen mit einer Flex mit Sandpapierscheibe (Korngröße 120) nachgearbeitet werden.

Besser ist es die Bretter mit der großen Bandsäge herstellen, da diese eine saubere Schnittfläche hinterlässt und man nicht so viel nacharbeiten muss. In diesem Falle ist eine Anlage von Vorteil.

Nach dem Sandpapierschliff lackiere ich die Bretter, was nicht nur die innere Maserung zum Vorschein bringt, sondern auch die häufig lose Rinde am Rand fixiert (Bei manchen Brettern blättertet das einfach ab und ich nutze bestimmt 30% der gesägten Bretter als Feuerholz - aber kost ja nix..)

Die Gehörne setze ich auf die Bretter mittels einer langen Holzschraube durch das Brett und den kompakten Teil des Schädelknochens (genau zwischen Augenhöhlen, Nasenraum und Hirnschale!). Wichtig: Hier muss man mit einem kleinen Bohrer (2-3 mm) vorbohren!

Die eigentliche Aufhängung ist bei mir ein einfaches Loch im Brette hinter der Hirnschale - aber man kann das natürlich auch aufwendiger machen.

Das Ergebnis sind schöne und vor allem individuelle (und auch billige) Gehörnbretter. Vor allem aber macht auch der Prozess Spaß. Viel Spaß beim nachprobieren.



Minos Dobat
Spezialist

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