Sauer 202 "fitted"
Von nils börsting am 13. August 2014

Liebe Geartester,

meine 202 habe ich nun schon etliche Jahre und möchte Sie gerne vorstellen. Ausgansbasis war damals eine Standard 202 mit Heavy Medium Lauf in 30.06. Relativ schnell wuchs aber der Wunsch nach mehr und so war der erste "Kunstgriff" ein neuer Hinterschaft.
Weg mit dem alt bekannten Monte Carlo und her mit dem Safari Hinterschaft. Anschließend kamen ein paar größere Änderungen. Der gelieferte Hinterschaft war deutlich zu lang und wurde eingekürzt. Dies brachte mir ein deutlich verbessertes Handling und verbesserten Anschlag.

An den eingekürzten Hinterschaft wurde auch eine mit Leder bezogene Schaftkappe angepasst. Im Gegensatz zu den üblichen Schaftkappen "radiert" die lederne Schaftkappe nicht über die Schulter, sondern gleitet sauber durch.

Eine "Baustelle" war auch der der Vorderschaft. Ursprünglich entsprach dieser bei mir der Sauer Forest - meiner Meinung nach deutlich zu schwer, deutlich zu lang. Also wurde auch dieser etwas gekürzt; ein neuer Vorderschaftabschluss mit Aufnahme des Gewehrriemens sitzt jetzt ungefähr auf Höhe der ursprünglichen Kimme. Denn: Kimme und Korn mussten ebenfalls weichen.

Größten Aufwand bereitete der Kammergriff. Verwöhnt von den Blaser "R" Modellen sollte auch meine 202 eine bessere Haptik durch eine 30 mm Kugel bekommen. An alle Interessierten: Dies ist ein ziemlicher Aufwand! Der Griff ist bei Sauer komplett durchgehärtet. Also muß er stark erhitzt, dann gesägt und gebohrt werden. Danach wird eine kleines Gewinde eingesetzt um anschließen das ganze wieder zu erhitzen. Puh!

Auch musste die Schwenkmontage einer einfachen und deutlich günstigeren Picatinny Schiene weichen. Die "alte" SWM baute mir deutlich zu hoch und da der Haupteinsatz der 202 auf Drückjagden ist, ist bei mir fast ganzjährig das entsprechende Glas montiert. Plus: die komplette (!) Montage kostet ca. 200 € und ist wie Sand am mehr zu haben. Teuer wird es nur, wenn z. B. ein Glas mit Swaro Schiene vorliegt und dieses auf Picatinny montiert werden soll. Bei Montageoberteilen mit Ringen wird der Geldbeutel geschont. Wer will kann aber auch hier deutlich mehr in entsprechende Oberteile investieren.

Meine 202 ist so wie gezeigt meine Waffe für die dynamische Jagd, laufenden Keiler und das Schießkino. In Verbindung mit dem 202 heavy Medium Lauf schwingt sie einfach ganz wunderbar und der Schloßgang ist für mich immernoch das Maß der Dinge. Von einigen gehasst, von anderen vergöttert wird immerwieder der Sicherungsmechanismus. Ich kann nur sagen: die Waffe erfordert mehr Aufmerksamkeit im Bereich der Sicherung als zum Beispiel eine M03 oder eine R8, allerdings ist das für mich kein Hindernis und geht leicht von der Hand.

Ein Leichtgewicht ist sie sicherlich nicht, immerhin stemmt sie ohne Glas fast 4 Kg auf die Waage. Dies kommt jedoch sehr dem Verhalten der Waffe im Schuß zu gute.

Eine immerwieder gestellt Frage will ich auch hier nennen: Meinst Du, dass du mit einem Geradezugrepetierer nicht schneller wärst beim Repetieren? Meine Antwort: Nö - es ist wie mit allen Dingen: Üben, Üben, Üben. :-)

happy hunting!

Kommentare

DWR

Toller Bericht! Alternativ zum Umbau auf Picatinny kann man bei der SWM auch die niedrigen Vorder- und Hinterfüße mit Ring u. ohne Gelenk nehmen (BH um die 8mm)... Damit kommt man zumindest beim Drückjagd ZF oder Rotpunktvisier (Aimp... Hunter / 9000 etc.) auch recht tief. WMH

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