HAUSKEN JD 244 XTRM: Ist er wirklich besser als der Standard JD 224?
Von Ober Jäger am 11. September 2016

Hallo GearTester,

gleich vorab: Ich finde es klasse, das an hier in der Community soviel Informationen zum Thema Schalldämpfer bekommt. Alles was ich weiß habe ich von hier. Norma Printmagazine scheinen das Thema irgendwie zu verschlafen... Sei es drum. Ich versuche auch immer kräftig etwas beizutragen, so auch mit diesem neuen Testbericht zum JD 224 XTRM von Hausken in Kaliber .30.

Hintergrund:
Ich habe hier einige sehr positive Reviews zum Standarddämpfer, dem JD 224 gelesen und war schon drauf und dran, mir diesen zu bestellen. Dann kam jedoch der JD 224 als XTRM Version auf den Markt und ich geriet ins grübeln. Ist der XTRM wirklich besser? Ist er 150 Euro Mehrpreis wert? Bei rund 630 Euro UVP darf man sich die Frage schon mal stellen. Zum Glück habe ich einen Top Büchsenmacher, welcher mir beide Geräte einmal mitgab. Die Anregung danach zu fragen, gab es übrigens auch hier bei Geartester.de und sie funktioniert ;-). Meinen Weg zur Erkenntnis könnt ihr im folgenden lesen.

Die Frage aller Fragen: JD 224 oder der 224 XTRM!?

Die Erprobung:
Ich bin mit beiden Dämpfern auf den Stand gefahren und habe sie ausgiebig geschossen. Ich selber als Schütze habe einen leichten Vorteil auf Seiten des XTRM verspürt, aber war mir nicht sicher. Die interessierten Zuschauer haben ebenso leicht bessere Dämpfungsleistung erkannt.
Das reichte mir aber nicht! Ich wollte es wissen, wofür ich 150 Euro mehr auf den Tisch lege und habe das Iphone zu Rate gezogen. Die Geräuschpegelmessung ergab Traumergebnisse. Dezibelwerte noch weit besser als der Katalog! Hintergrund: Ein Iphone kann nur bis zu einer gewissen Obergrenze messen und ein Schuss geht weit drarüber hinaus. Also, nichts ist es gewesen.
Nächster Versuch, wieder mit den Kollegen vom Stand: Blindtest! Alle drehen sich mit dem Rücken zu mir und ich schieße die Dämpfer abwechselnd. Die Versuchpersonen hatten dann den leiseren Dämpfer zu bestimmen und siehe da, es war wieder der XTRM.

Ich also zum Händler und bestellt. Er fing immer doller an zu grinsen, als ich ihm von meinem Testaufbau erzählt habe. Als ich fertig bin, sagt er im breiten Fränkisch: Das hättest Du auch leichter haben können... Ich war zunächst etwas empört, habe ich mir doch wirklich ein paar Gedanken gemacht! Da führt er weiter aus, das die Frage XTRM vs. Standard JD 224 ihn auch umtrieb und er bei der RUAG als Vertriebspartner angefragt habe. Dann legte er mir ein Gutachten auf dem Tisch, welches von Christopher Hocke stammt. Dieser ist bei der Visier Waffentester und hat auch schon and extrem vielen Publikationen zum Thema Schalldämpfer mitgearbeitet. Ein echter Kenner, welcher mit seinen Testaufbauten immer ganz genau ist. Ich hoffe er ließt meinen Beitrag und meine Versuchsbeschreibung von oben nicht ;-). Er hat jedenfalls die beiden Dämpfer vergleichen und siehe da: Er bestätigt das Urteil der Tester auf dem Stand!

Testergebnisse aus dem Labor:
Hocke hat auch eine .308 mit vergleichbarer Lauflänge geschossen und stellt fest, das es kaum einen Erstschusseffekt bei dem XTRM gibt. Praktisch bedeutet dies: Ein Dämpfer wird bei zweiten Schuss normalerweise nochmal leiser als beim ersten. Der XTRM ist gleich leiser! Ein Phänomen, welches beim abwechselnden Schießen von meinen Versuchskaninchen herausgehört oder zumindest herausgeahnt werden konnte. Die Ergenisse von Hocke liegen beim ersten Schuss ca. drei Dezibel auseinander. Ein Standard JD 224 liegt bei 127,3 dB und der XTRM bei 124,6.
Was hat das für eine praktische Bedeutung? Als ich selber mehrere Schuss gemacht habe und dann wechselte, fiel mir kein wirklicher Unterschied auf. Ich hatte lediglich eine Ahnung. Bei Einzelschüssen wie auf der Jagd aber schon. Für mich ein wichtiger Faktor!

Der Dämpfer:
Der Aufbau ist dem Standarddämpfer von Hausken sehr ähnlich. Er hat auch gleiche Abmessungen. Er wiegt jedoch mit 380 Gramm etwa 50 Gramm mehr aus der normal 224. Das liegt an dem Stahlgewebe, welches in den Dämpfer eingebracht ist. Dieses funktioniert ähnlich wie bei einem Katalysator oder Schalldämpfer im Auto.

Gleiche Maße aber etwas schwerer wegen des Stahlgewebes. Macht das Gewebe den Unterschied?

Fazit:
Ich fühlte mich am Ende mit meiner Entscheidung sicher und habe gern 150 Euro mehr ausgegeben. Viel Geld für viel Leistung. Was für mich zählt ist die Dämpfung des ersten, und in der Regel, letzten Schuss auf der Jagd. Das Stahlgewebe macht dies möglich. Da der normale JD 224 ebenso Hochleistung bringt, muss aber jeder für sich selber wissen, ob ihm dieses Quäntchen mehr Leistung das Geld wert ist...

Kommentare

Minos Dobat

Super, vielen Dank für die Mühen!! Ich habe mich mit der Frage auch schon rumgeplagt. Danke für die fachkundige Antwort.

Axel Zw

Hallo

Super Bericht von dir!!
Musste mich auch zwischen dem normalen und dem xtrm entscheiden und habe den normalen geholt, weil mein Büchsenmacher mir sehr von dem Edelstahlgewebe des Xtrm abgeraten hat.

Der Grund ist das bei einer schuss Abgabe nicht nur Druck aus dem Lauf entsteht sondern auch in den Lauf und somit die Gefahr bestünde das Gewebeteilchen bei weiteren Schussfolgen den Lauf beschädigen wenn das Geschiss den weg nach draußen sucht.

Mfg
AXEL

Special Hunter

Hallo!

Vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Auch ich habe jedoch vom Xtrm abgeraten bekommen, weil hier die Dämpfungsleistung der Edelstahlwolle wohl nach + 500 Schuss deutlich nachlassen soll! Auch ist eine Reinigung aufgrund der eingebrachten Wolle problematisch, weil diese nach Reinigung nicht mehr so sitzt wie durch die entstandenen Drücke und Gase festgesetzt! Wer auch mal deutlich über 500 Schuss (Jagd und Schießstand zusammen) im Jahr macht, sollte nach Rücksprache mit der "Ruag Ammotec" doch eher auf den Standard JD 224 zurückgreifen! Haltbarkeit und Dämpfungsleistung würde hier besser und vor allem langlebiger harmonieren! Aber wie bereits oben erwähnt muss das jeder für sich selber entscheiden! Alles in allem zwei absolut Top Dämpfer, welche beide ihr Geld wert sind! WmH!

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