SAUER 101 Alaska: Das beste Preis-Leistungsverhältnis in der 101 Serie
Von Siegfried Pieper am 21. April 2016

Hallo zusammen,

endlich komme auch ich mal wieder dazu, hier einige Tests zu schreiben. Ich als Norddeutscher bin aus alten Tagen des Unternehmens natürlich stark mit Sauer verbunden. Wenn im Allgäu jeder eine Blaser führt, führt man in Schleswig-Holstein eine Sauer. So kommt es auch, das ich hier inzwischen meine klassische Sauer 54, meine unangefochtene Sauer 90, die hoch präzise Sauer 202 XC und nun mein Arbeitstier, die Sauer 101 Alaska vorstelle. Viel Sauer, aber aus gutem Grund...

Die Waffe im Detail:
Ich war auf der Suche nach einer Waffe für den rauen Einsatz, die möglichst viele Features (Neudeutsch für Ausstattungsmerkmale) für möglichst überschaubares Geld bietet. Schnell blieb ich bei der Mauser M12 oder eben des Sauer 101 hängen. Viel Ähnlichkeit machte die Wahl nicht leicht. Auch wenn die M12 selbst einem Norddeutschen sympatisch war, bot die Sauer 101 in der Modellausführung Alaska einfach mehr Features. Ich habe im speziellen eine höhenverstellbare Schaftbacke und ein Mündungsgewinde gesucht und habe die Alaska gefunden. Ich habe die Waffe für einen guten Preis, etwas unter der UVP von 2.000 Euro erstehen können und bin von der Vielzahl der Features überzeugt, aber seht selbst:



Die Waffe kommt mit einem M15x1 Mündungsgewinde, was heutzutage schon fast Pflichtprogramm beim Neukauf sein sollte. Zu nah sind wir der Zulassung von Schalldämpfern. Das Gewinde ist mit einer Hülse geschützt, wenn der Schalldämpfer mal nicht montiert ist. Der Lauf ist zudem Ilaflon-beschichtet, was perfekt vor Korrosion schützt.



Die Schaftbacke ist höhenverstellbar und das sehr einfach und schnell. Hier wird kein Werkzeug benötigt. Zwei Schrauben lassen sich händisch öffnen und schließen, was im Feld von großem Vorteil ist. Ich selber nutze die Schaftbacke halt je nach Anschlagsart und wenn auf der Jagd mit Werkzeug hantiert werden muss, dann ist es eh aus... Der Schaft ist aus gut verarbeitetem Schichtholz gefertigt. Zwar sind diese etwas schwer aber dafür auch robust und nahezu immun gegen Verziehen und Aufquellen.



Die Sauer 101 bietet von Werk aus, eine Aufnahme für ein Zweibein. Man muss hier nicht nachträglich bohren oder modifizieren, hier ist alles dran. Ich habe ganz klassisch ein kurzes Harris montiert, welches mich noch nie im Stich gelassen hat.



Die Schaftkappe ist ebenfalls von hoher Qualität. Sie ist kein Vergleich zu den Plastikabschlüssen, die es sonst in diesem Preisbereich zu kaufen gibt.



Der Sonnenschliff ist eher was für das Auge. Auch wenn der praktische Nutzen fehlt, ist es schön anzuschauen. Der Schlossgang ist sehr gut, da steht Sauer ja auch in einer großen Tradition. Wer einmal eine Sauer 90 in den Händen hielt, weiß wovon ich spreche.

Die Waffe auf dem Stand:
Ich habe die Waffe bislang mit der RWS Evolution sowie der bleifreien RWS HIT geschossen. Um es vorweg zu nehmen, auch die Sauer 101 verdaut Blei besser als Kupfer. Dennoch bin ich mit der Präzision der Waffe sehr zufrieden, denn sie steht absolut im Verhältnis zum Kaufpreis. Aber seht selbst:



Die Präzision mit der RWS Evolution ist sehr gut. Ich habe aber auch noch keine Waffe geschossen, welche dieses Geschoss nicht vertrug.



Bei der RWS HIT ist das gezeigte Schussbild sehr repräsentativ. Das liegt nicht an der Präzision der Patrone, da ich dieses Produktionslos schon mit leicht besseren Ergebnissen aus anderen Waffen schoss. Es ist nur so, das im Zusammenspiel mit der Sauer 101 nicht mehr geht. Aber lassen wir auch mal die Kirsche im Dorf (Gott sei Dank, gibt es auf Geartester.de kein Phrasenschwein!!): Das ist ein absolut brauchbares Ergebnis, welches jagdlich keinerlei Grund für Beanstandung gibt.

Die Waffe auf der Jagd:
Jagdlich bietet die Sauer 101 Alaska alle Möglichkeiten. Da, wie schon beschrieben, die Features der Waffe zum Kauf verführten, fehlt mir auch rein gar nichts. Ich kann meinen Mohring OB (Testbericht des Schalldämpfers MADE in GERMANY folgt!!!) sowie ein Zweibein montieren. Die verstellbare Schaftbacke macht mich für alle Anschlagsarten flexibel. Zudem ist sie für den rauen Einsatz wie geschaffen: Schichtholz und Ilaflon-Beschichtung machen es möglich... Natürlich ist sie kein Leichtgewicht aber ich nutze sie auch nicht für tagelange Pirschgänge im Ausland oder die Gebirgsjagd. Bei allen deutschen Standardjagden hat sie sich sehr gut bewährt.

Fazit:
Die 101 Alaska ist eine Waffe, die einem modernen Jäger für unter 2.000 Euro alles bietet. Wer jetzt noch ohne Gewinde kauft, ist begeisterter Pessimist oder schlecht informiert. Ansonsten muss jeder für sich selber entscheiden, welche Ausstattung er bei seiner Jagdwaffe bevorzugt. Ich kaufe lieber mit einem Feature zu viel, als das es mir später einmal fehlt und die Alaska bot dafür lange Zeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich bin gespannt, was sich Sauer noch an neuen Modellen ausdenkt, um die Alaska zu toppen...

Einen Verbesserungsvorschlag habe ich noch: Die Kammergriffkugel ist zu klein und ungriffig. Ich schlage hier eine größere vor, oder die serienmäßige Ausstattung mit einer Gummikugel, wie sie hier bei Geartester auch schon vorgestellt wurde (LINK). Ich habe mir jedenfalls eine bestellt.

Kommentare

Florian H. Röger

Schöner Bericht! Allerdings habe ich einen Punkt an deinem Bericht zu bemängeln: im Allgäu werden nicht nur Blaser Waffen mit Gardena Verschlüssen geführt. Ich führe jagdlich nur Waffen von Sauer und Sohn ;-)

Ich habe selbst zwei S101. Eine Forest in 9,3x62 und eine Forest XT in .308 mit Prinz Schalldämpfer

Ober Jäger

Ich hab auch eine! Das riecht doch hier nach DISKRIMINIERUNG!!! Hehehe... WMH allen Sauer Fans da draußen!

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