Wärmebildkamera bei der Jagd
Von Florian Robbers, 21. Oktober 2016

Wärmebildkameras bei der Jagdausübung ist ein umstrittenes Thema, der eine behauptet es geht nicht mehr ohne um Wildschaden vorzubeugen, der andere hält es für Humbug und die Nutzung hat nichts mehr mit Jagd zu tun.

Vor kurzem konnte ich zur Rotwildbrunft eine der besagten Kameras testen und nutzen und somit mir ein eigenes Bild machen.
Das Technikwunder kam von Pulsar, die Quantum HD50S, ich bezeichne sie bewusst als "Technikwunder" da es echt eindrucksvoll ist was man damit alles sehen kann, jede Maus auf dem Acker, die genüsslich am Mais knabbert und auch die Sauen in der Dickung lassen sich sehr gut entdecken.
Die kinderleichte Einstellung und Nutzung ist sofort vertraut und ermöglicht ein Kontrastreiches und scharfes Bild.

Während der Brunft hatte ich mich gefreut, dieses auszuprobieren und konnte auch die Leistung im vollen Umfang nutzen. Gleich am Abend hatten wir Rehwild in der Dickung das ich gut umschlagen konnte, da ich es frühzeitig gesehen hatte und es mich so nicht mitbekommen hatte.
Beim Rotwild kann das ja manchmal schon entscheidend sein, wenn Rehwild abspringt und auch noch schreckt, ist der Hirsch mit Kahlwild davon. Dafür ist die Nutzung ideal, leider kam der gewünschte Hirsch dennoch nicht in Anblick.
Aber durch die ideale Sicht und beste Funktion der Wärmebildkamera hab ich mich erwischt, wie ich unvorsichtiger zur Kanzel und auch zurück gelaufen bin, ich sehe ja auch alles schon im Voraus. Doch auch hatte ich den Drang zu pirschen und den Wald abzuleuchten. Doch der gewünschte Hirsch war nirgends. Nachts dachte ich, ich müsste noch eben zu dem Wildacker, ob er da wohl steht, jeder Schritt war undurchdacht und auch der Wind wurde nur bedingt geprüft, dazu kam das die ständige Sicht durch das Gerät und dem hellen Monitor im inneren meinen Blick für mehrere Minuten trübte. Ich hatte schon das linke Auge genommen um bei einem plötzlichen Wildauftritt mit dem rechten Auge schussbereit zu sein, doch der Blick war dennoch trüb, denn aufeinmal standen einige Überläufer im Hochwald und es war kein Schuss möglich, trotz Mond und freiem Sichtfeld.

Die Nutzund mag für viele Situationen super sein, schnelles Ableuchten der frischen Ackerkulturen oder die Beobachtung der Dickungen bzw Maisschläge kurz bevor einer Gesellschaftsjagd.
Doch im allgemeinen Jagdbetrieb, meiner Meinung nach, sollte die Wärmebildkamera im Auto oder im Rucksack bleiben.

Viele Grüße und Waidmannsheil
JaegerFloh


Hier ist der Link der Pulsar Quantum HD50S, die ich getestet habe.
http://www.pulsar-nv.com/ Quantum HD50S

Optik

Kommentare

Ober Jäger
Sehr gut! Hier bekommt man gute Infos zum Thema Wärmebild. Sonst schwer zu bekomme. Die Zeitungen verpennen das Thema irgendwie... Weiter so Floh!