Messerschärfer: China-Klon des Apex Edge Pro
Von Patrick Braun am 17. September 2016

Neben dem Gatco-Schärfset will ich euch das - meiner Meinung nach bessere - Schärfinstrument vorstellen:

Den China-Klon des "Apex Edge Pro". Da das Original je nach Ausführung mit EUR 189,00 bis EUR 269,00 zu Buche schlägt, habe ich mir in der Elektrobucht den China-Klon für etwa EUR 25,00 ersteigert. Zugegeben ist das Gerät qualitativ bestimmt nicht so hochwertig wie das Original, aber es funktioniert wie es soll und ich habe es mittlerweile seit über zwei Jahren im Einsatz.


Geliefert wird es in einer tarnfarbenen Tasche. Die Chinesen dachten wohl es würde "cool" aussehen. ;)

Darin befindet sich das Schleifgerät, ein blaues Microfasertuch, ein Permanent Marker, vier verschiedene Schleifsteine mit den Körnungen 100, 200. 400. 800 und 1500, In diesem Set ist leider kein Stein für einen Sägeschliff, diesen kann man aber für einen Euro extra kaufen.
In das Grundgestell wird eine Führung eingesteckt, welche die gängigsten Schleifwinkel (10, 15, 18, 20 und 24 Grad) als farbliche Einkerbungen vorgegeben hat. Das wirklich Schöne an diesem Schärfer ist aber, dass sich der Schleifwinkel stufenlos verstellen und somit bei so ziemlich allen Messern mit egal welchem Winkel verwenden lässt.





Durch diese Führung wird eine Stange gesteckt, an welcher der Schleifstein fixiert wird.
Und so sieht das ganze dann aus, wenn es zusammen gebaut ist:



Um heraus zu finden, welchen Winkel das zu schärfende Messer hat, ist der Permanent Marker gedacht. Mit diesem wird der vorhandene Schliff des Messers eingefärbt und mit dem Gerät und einem beliebigen Schleifstein ohne zusätzlichem Druck leicht über die Schneide gezogen. Man hat den richtigen Winkel gefunden, wenn mit einem Zug des Steins das Blau auf der Schneide verschwindet. Bei Bedarf einfach wieder einfärben und diesen Vorgang wiederholen:






Durch Drehen des kleinen Knaufs an der Führungsstange, lässt sich die Halterung für die Schleifsteine öffnen und schließen. Mit zwei einfachen Handgriffen ist der Stein ausgetauscht:Das Schleifen selbst funktioniert denkbar einfach indem der Stein gleichmäßig erst über die eine, dann die andere Seite gezogen wird. WICHTIG: Niemals trocken schleifen! - Es geht auch mit Wasser, allerdings ist Schleiföl oder aber auch Ballistol die bessere Lösung. Wasser hat den Nachteil, dass der Stein sehr oft wieder befeuchtet werden muss. Das Öl hält länger vor.



Alles in Allem ist dieses Set günstiger, als das ebenfalls von mir vorgestellte Set von Gatco und auch flexibler und universeller einsetzbar. Man hat hier den sehr großen Vorteil dass man nahezu jeden Winkel schleifen kann.

Zum Abschluss sollte wie bei jedem Schliff nicht vergessen werden, den entstandenen Grat mit Abziehleder und Polierpaste zu entfernen.

Natürlich handelt es sich hier um einen China-Nachbau, welcher qualitativ und von der Langlebigkeit gesehen seine Schwächen hat. Wenn ich aber bedenke, dass das Originalprodukt zu dem Zeitpunkt, als ich mir diesen Klon bestellt habe mit über EUR 300 zu Buche geschlagen hat und ich dieses Gerät mittlerweile seit zwei Jahren benutze, ist das durchaus OK. - Angenommen man bräuchte nach zwei Jahren einen neuen China-Klon, kommt man mit 300.- € etwa 20 Jahre über die Runden. - Dass das Original so lange hält, wage ich andererseits auch zu bezweifeln.

Solltet ihr Fragen haben, gerne in den Kommentaren.

Kommentare

Ober Jäger

Der Hinweis mit dem Einfärben ist ja total gut, @Deerstalker Vielen Dank...

Patrick Braun

Gern geschehen!

Nur vorsicht, da es auch hier möglich ist, etwas falsch zu machen. Ist es ein sehr spitzer Winkel, in dem das Messer geschliffen ist, dann den Winkel unbedingt langsam verstellen. Ab einem gewissen Grad sieht es dann nämlich so aus als würde es passten, tut es aber vielleicht doch nicht.

Minos Dobat

Muss nicht immer alles teuer sein! Deine Rechnung ist sehr lustig aber natürlich mit einem Kern Wahrheit...

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