Remington 700 VTR - Die Gebrauchsbüchse mit guten Ideen
Von Siegfried Pieper am 21. September 2014

Moin Moin bei Geartester,

ich möchte euch heute eine meiner Büchsen vorstellen, die Remington VTR in .308 Win. Remington hat mehr Modellvarianten in der legendären 700er Reihe als der DJV Mitglieber. Von der günstigen SPS mit Vollplastikschaft bis hin zu Afrikamodellen in .338 Win. Ob alle diese wirklich sinnvoll sind sei dahin gestellt. Ich hörte einmal bei einem Büchsenmacher, das es mindestens 50.000 Stück (!!!!) sein müssen, das man eine Serie auflegt...
Sei es drum, ich habe eine 700 VTR, wobei das VTR für VARMINT TACTICAL RIFLE steht. Es soll laut den Marketingstrategen von Remington der optimale Hybrid aus Jagd und Sport sein. Ich nutze sie hingegen anders und glaube, dass das für euch von Interesse sein könnte:
Die VTR hat einen recht hochwertigen Schaft von Hogue, sehr schön ist der etwas verbreiterte Vorderschaft. Die Amerikaner bauen diesen, für ihre Vorderschaftauflagen auf Schiessständen, ich finder es vor allem auf Hochsitzen praktisch - mit einer leichten Unterlage bekommt man viel Stabilität. Die Gummieinlagen sind recht gut gemacht, da sie bei Nässe etwas halt geben. Der Schaft ist für rinen Riemen und ein Zweibein vorbereitet. Schaft also gut, ich schätze ihn vor allem beim Ansitz.
Der Lauf ist in der VTR Serie markant dreieckig. Das soll die Oberfläche vergrößern (tut es wohl auch!) und für optimierte Wärmeabfuhr sorgen. Sprich, man soll sich den Lauf nicht so leicht heiß schießen. Ich habe da keinen besonderen Effekt festgestellt. Vertrauenserweckend ist jedoch, das diese Laufkontur deutlich dicker ist, als die spindeldürren Standardläufe, die es sonst gibt. Aber irgendwoher muss ja der Preisunterschied kommen... Der Lauf ist insgesamt 56cm dick und hat einen 12 Drall, was bei mir bei meinen Laborierungen durch die Bank weg gut gepasst hat. Die Präzision ist sehr sehr solide für den Preis! 20mm sind machbar.
Der Verschluss ist einfach gehalten: Drei Warzen und kein Schnick Schnack. Er läuft nicht gerade wie eine Sauer 90 aber er läuft auch dann noch, wenn die Waffe doll dreckig und nass ist. Das habe ich ausprobiert ;-)
Die Sicherung greift auf den Abzug, ein ewiges Manko im Vergleich zu hochwertigeren deutschen Büchsen. Die Gefahr, das im System etwas bricht ist wohl theoretisch gegeben aber ich lebe noch. Zudem stellt sich mir die Frage, wenn dies ein so präsentes Sicherheitsrisikio ist, warum bauen das ausgerechnet amerikaner, die für jeden "Unfall" bis auf den letzten Cent verklagt werden? Kann also nicht so schlimm sein.
Der Abzug schimpft sich X-Mark, was sich mir von der Funktion her nicht erschließt. Er ist von der Werkseinstellung extrem hart (Achtung klagende Amerikaner!) aber lässt sich recht gut justieren. Ein Atzel wird es jedoch nie.
Die Montagemöglichkeiten sind herrlich vielfälltig und zum Teil auch sehr sehr kostengünstig. Eine Leupold Quick Release ist schon sehr günstig zu haben und tut seinen Job. Ich habe jedoch etwas Geld für eine EAW in die Hand genommen, weil ich diese Waffe bedenkenlos auf den Rücksitz werfen möchte. Und die Investition at sich gelohnt. Kontrollschüsse hätte ich mir bislang sparen können. Wenn ihr etwas pfleglicher umgehen möchtet, tut eine deutlich günstigere US-Alternative den Job!
Das Magazin schluckt vier Patronen in .308 Win. Es ist nicht entnehmbar. Entweder man repetiert die Patronen raus oder öffnet das Magazin nach unten. Ich persönlich wähle meist den ersten weg, weil ich es leid bin, meine Patronen in der Gegend rum fliegen zu sehen. Für etwas Geld gibt es inzwischen schon Nachrüstsets für entnehmbare Magazine. Die Firma Triebel hat solche im Programm. Für mich der größte Schwachpunkt der Remington 700 VTR. Ich nehme es jedoch zu Gunsten der Vorteile in Kauf...

Kommen wir nun zum größten Vorteil: Die Mündungsbremse! Diese nimmt natürlich etwas Rückstoß weg aber vor allem verhindert sie durch die oben auf dem Lauf eingebrachten Schlitze das Hochschlagen der Waffe! Das finde ich vor allem bei der Jagd auf Sauen irre praktisch. Man behält das Geschehen im Überblick und kann manchmal einen schnellen zweiten Schuss abgeben. Auch im Schießkino oder auf dem Schiessstand sehr sehr angenehm. Neben der ultimativen Robustheit der Waffe ein echtes plus. Meine Waffe habe ich seit 2009 und habe sie nur mäßig gepflegt bei starker Beanspruchung. Dennoch sieht die Waffe noch sehr gut aus und hat uneingeschränkte Funktion. Wichtig ist jedoch das Trocknen nach Regen. Wenn man das versäumt, hat man umgehend Flugrost...

Fazit:
Die Remington 700 VTR ist keine R8 aber eine solide, präize und auch innovative Waffe für einen sehr guten Preis. Ich habe meine für rund 1.100 Euro bekommen. Für alle die eine solide Alltagswaffe für Sauen suchen ist sie absolut geeignet! Heute gibt es die VTR auch noch in vielen weiteren Varianten in Camo...

Kommentare

Dreiviertelmond

Top Bericht!
Wie laut ist die Waffe mit der serienmäßigen Mündungsbremse?

Christoph Muscat

Bericht ist sehr ausführlich! Ein wirklich schönes Gewehr.

Siegfried Pieper

Danke danke... Die Waffe is leider schon recht laut. Es geht noch, da "nur" .308 Win. und immerhin noch 56cm Lauflänge aber dennoch. Ich schieße sie meist nur mit Gehörschutz auf der Jagd!

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