Bergara Scout
Von FUT am 27. Januar 2016

Gesucht habe ich eine kompakte, präzise und leichte Waffe, welcher auch schlechtes Wetter nicht viel anhaben kann und auch bei der Pirsch einen freihändigen ruhigen Schuss zulässt.

Nach einiger Zeit wurde ich auf die Bergara Scout (auch als CVA Scout bekannt) aufmerksam, welche mit bescheidener Gesamtlänge von 88cm bei einem Gewicht von ~ 2,75kg auftrumpft. Dazu noch ein kannelierter Lauf, mit der Option auch eine Mündungsbremse zu verwenden.
Da ich zunächst misstrauisch war, ob ich mit einer solch leichten Waffe freihändig noch gut schießen kann, fiel die Entscheidung auf die Ausführung mit schwarzem Lochschaft. Das Kaliber sollte hochwildtauglich sein und sich aus der Waffe angenehm schießen lassen, aber auch Rehwild sollte schonend bejagd werden, passend erschien mir da die .308Win..

Nach Rücksprache mit dem Händler wurde mir ein gut brauchbarer Abzug und gute Präzision angepriesen, für 555€ inkl. Versand sollte das gute Stück zu erwerben sein, dank serienmäßiger Pica-/Weaverschiene sind Montagen sehr preiswert zu erwerben und Optiken einfach zu montieren. Nach kurzer Überlegung war die Entscheidung gefallen, so viel kann man für den Preis schon nicht falsch machen.

Drei Tage später erhielt ich das ersehnte Paket, der Originalkarton, war nochmals ordentlich in Karton verpackt, der Inhalt eher übersichtlich (Waffe, Bedienungsanleitung auf englisch, Garantiekarte, Schaumstoff als Polsterung).
Die Bedienungsanleitung ist bei lediglich sechs Funktionen (Laden; Spannen; Schießen; Entspannen; Entladen) eigentlich für einen unterdurchschnittlichen Waffenkenner unproblematisch, zumal sei die Waffe auch nicht für den deutschen Markt bestimmt ist, laut Aussage des Händlers.

Die Handhabung der leichten Büchse faszinierte mich sofort, auch der für mein Empfinden sehr trocken brechende Abzug sprach mich an. Die Messung des Abzugsgewicht ergab ~780 Gramm, für meine Begriffe ein gut brauchbarer Wert.
Zerlegen lässt die Scout sich nicht, ohne den Vorderschaft abzuschrauben, bei keinen 90cm Gesamtlänge halte ich das aber auch nicht für wichtig, meine Kipplaufwaffen zerlege ich ansonsten eh seltenst.
Die Oberflächenbeschichtung ist fehlerfrei und der Schaft hat eine für mich angenehme Form, eine leichte Backe links wie rechts und ist durch die "Fischhaut" griffig.
An der Waffe klappert absolut nichts, einzig ein leises "Klicken" ist beim Spannen des Hahns zu vernehmen, für Rehwild oder gar eine Rotte Sauen sehe ich aber auch hier kein Problem. Sehr praktisch erweist dich hierbei auch die kleine seitliche Verlängerung des Hahns, welche für zusätzlichen Grip sorgt und ganz einfach links oder rechts angeschraubt werden kann.
Die Waffe hat keine äußerliche Sicherung, sondern wird lediglich vor dem Schuss per Hahn gespannt. Die einzige Sicherung, ist die Fallsicherung wie sie auch an Revolvern vorhanden ist, das heißt der Schuss kann nur brechen, wenn der Abzug gedrückt wird. Vor dem Öffnen der Waffe muss der Hahn entspannt werden. Das Entspannen gestaltet sich also so leit wie bei einem Revolver, durch die `Hahnverbreiterung`eher deutlich komfortabler. Einfaches Halten des auch mit montiertem Glas einfach zugänglichen Hahns und kurzes Antippen des Abzugs ermöglich ein gefahrloses Vorgleiten und durch die Fallsicherung sicheres Entspannen.

Doch bevor ein Glas fest auf dieser Waffe montiert wird, sollte sie erstmal ihre Präzision beweisen. So nahm ich kurzerhand das 4-12er Leupold VX-IIc vom SL8 und siehe da, es passte ohne ein Verschieben der Ringmontage direkt auf die neu erworbene Kipplaufbüchse.

Für die Ermittlung, ob die Waffe ein halbwegs brauchbares Schussbild liefert, wurden verschiedene Laborierungen gesammelt. Sako Hammerhead 180gr; Remington Corelokt RN 180gr; Winchester Silvertip 165gr(?) und Remington Corelokt PSP 180gr.

Vor dem ersten Schuss zum groben Ausrichten des Zielfernrohres auf der 50m Bahn war ich mir über das Schussverhalten unsicher, jedoch sollte eine positive Überraschung folgen, die Waffe lässt sich trotz geringstem Gewicht -wohl auch wegen des Lochschaftes- sehr angenehm schießen und schlägt höchstens etwas hoch, bei geringem Mündungsfeuer. Grade hierbei hatte ich wegen des 48cm Laufes bedenken, wurde aber von der .308 nicht enttäuscht.

Nach drei Schuss lag der Schuss auf 50m hoch in der zehn, einen kleinen Test auf den laufenden Keiler ergab eine angekratzte Zehn links mit Ansage, also alles bestens.
Es folgte der Besuch der 100m Scheiben, wobei das Glas nicht weiter eingeschossen werden wurde, sondern lediglich testweise ein Schussbild erstellt werden sollte. Ein Testschuss ergab 25cm Hochschuss, Seite stimmte. Es folgten vier Schuss mit Sako Hammerhead, gezielt wurde auf ein schwarzes Schusspflaster. Beim Rückholen der Scheibe war die Begeisterung groß (siehe Schussbild).

Bisher attestiere ich der Waffe zwar keinen Oskar für die Optik, alledings ist sie ordentlich verarbeitet, lässt sich angenehm schießen und hat einen sehr brauchbaren Abzug. Klar würde man für das Geld auch einen Repetierer bekommen, jedoch bin ich zum einen Linksschütze und zum anderen war es auch etwas "habenwollen", denn die kleine Scout war auch auf dem Stand ein Hingucker, ein Repetierer hat ja schließlich jeder.

FUT
Greenhorn

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