Einfach ist besser - Gewehrriemen von 'no name'
Von Minos Dobat am 27. August 2014


Es gibt wirklich eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Gewehrriemen auf dem Markt: aus Leder, aus Textil, aus Kunstmaterien, mit eingebautem Patronenmagazin, mit extra Schlaufe zum sicheren Halt beim freien Schießen, mit Doppelfunktion als Auflage, etc. etc. Man verliert hier schnell den Überblick.

Mir persönlich gefallen traditionelle und unkomplizierte Lösungen. Meine Ansitzwaffe – eine alte Merkel Bockbüchsflinte – hängt deshalb an dem wohl einfachsten (und nebenbei auch einem der billigsten) Riemenmodel auf dem Markt. Es ist ein alter Gleitriemen mit Holzknebel, bestehend aus nur vier Einzelteilen: der Lederriemen; zwei metallene Riemenknöpfe und ein hölzerner Gleitknebel. Dadurch dass die komplette Riemenlänge beim Anbau an die Waffe durch den Riemenbügel am Schaft gezogen werden muss ist der Riemen nur 20 mm breit. Eine Gewichtsverteilung auf der Schulter geschweige denn Polsterung gibt es also nicht. Nach meiner Erfahrung wird dieser kleine Nachteil beim Tragen allerdings aufgewogen von den Vorteilen am Stand oder auf dem Hochsitz. Die Bauweise erlaubt das komplette Zusammenziehen des Riemens unter dem Schaft mit nur einem Handgriff. Gerade in der Enge einer Kanzel und im Dunklen habe ich dies immer als enormen Vorteil erlebt. Kein Schlackern und Klappern, kein Hängenbleiben an Jackenzipfeln oder Balkenenden. Man kann sich einfach freier mit der Waffe bewegen. Und gerade dann wenn es schnell gehen muss (ich jage primär in einem Waldrevier ohne große Freiflächen) gibt es bei der Jagd genügend zu bedenken und da ist jede Sorge weniger – auch wenn es nur eine so kleine ist wie ein loser Gewehrriemen – immer ein Vorteil.

Hinzu kommt die schlichte Bauweise: Keine Nähte die aufgehen können, keine Polsterung die Nass werden kann. Einfacherer – und damit zuverlässiger – geht es nicht! Der Riemen ist bestimmt nicht zu empfehlen wenn es nach Schottland oder Kanada gehen soll, wo man Tagelang und beim Marsch über Stock und Stein die Waffe über der Schulter hängen hat. Hier würde sich die mangelnde Gewichtsverteilung und fehlende Polsterung als Nachteilig erweisen. Aber für unsere Deutschen Reviere (in denen es ja für die meisten relativ direkt vom Auto auf den Hochsitz geht) ist die einfache Bauweise des Riemens ein klarer Vorteil. Und dazu ist das Stück auch noch eines der billigsten Modelle auf dem Markt…

Meinen Riemen habe ich irgendwann im Schrank meines Vaters gefunden. Man kann entsprechende Stücke aber bei AKAH bestellen, die ja gerade für ihre Lederarbeiten bekannt sind. https://www.akah.de/de/Jagd/Ausruestung/Gewehrriem...
Als AKAH Gewehrriemen mit Knebel bekommt man den hier schon für € 21,90.


Minos Dobat
Spezialist

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