Mein BROWNING B425 „Waterfowl“ Pärchen
Von Dreiviertelmond, 03. Dezember 2016




Hallo liebe Geartester! Hiermit möchte ich euch mein Flintenpärchen Browning B425 „Waterfowl“ vorstellen und erzählen, wie es überhaupt dazu kam.

Als ich vor 14 Jahren meinen ersten Jagdschein löste konnte ich glücklicherweise auf einen gut gefüllten Waffenschrank meines Vaters zugreifen. Bei den Büchsen funktionierte das auch einigermaßen gut, nur bei den Flinten gab es große Probleme. Der Grund war einfach: beide Bockflinten meines Vaters waren für mich viel zu kurz geschäftet!

Also musste eine eigene Flinte her und nach vielen Probeanschlägen mit den damals aktuellen Modellen von Beretta, Browning und Co. fiel meine Wahl auf die BROWNING B425 „Waterfowl“.

Meine damaligen Auswahlkriterien waren klar umrissen und wurden von der B425 „Waterfowl“ erfüllt:


  • -klassische Bockflinte (ich mag auch noch heute keine Halbautomaten)
  • -Kaliber 12/76 (da ich regelmäßig auf Gänse jage)
  • -Stahlschrot tauglich
  • -Wechselchokes
  • -gut liegender, klassischer Schaft

Zusätzliche Daten zu dieser Flinte sind:
  • -relativ hohes Gewicht von 3,4 kg
  • -klassische Schäftung. Pistolengriff rund, Vorderschaft gerade und relativ voll
  • -Lackierung des Schaftes als Wasserschutz
  • -gefällige Wasserwildgravuren (Enten und Gänse)
  • -Invector-Plus Wechselchokes
  • -Backbored Läufe für bessere Deckung und geringeren Rückstoß

Nur bezüglich der Lauflänge war ich damals etwas unschlüssig. Das Modell „Waterfowl“ wurde in den Lauflängen 71cm und 76cm angeboten. Da ich eine Flinte für alle Gelegenheiten brauchte, entschied ich mich für die vermeintlich universellere Lauflänge von 71cm.

Die BROWNING lag mir sehr gut, trotz meiner Körpergröße von 1,95. Und von Anfang an traf ich mit ihr hervorragend! Ich war damals Student und in der glücklichen Lage, in einem schönen Niederwildrevier am Rhein freie Flinte zu haben. Dementsprechend hatte ich Übung und die BROWNING war beinahe täglich im Einsatz auf Krähen, Elstern, Tauben, Kaninchen und Enten. Mich verband innerhalb kürzester Zeit ein absolutes Vertrauensverhältnis mit der Waffe.

Meine Flinte ist ganz sicher kein Leichtgewicht. Aber ich bin heute noch begeistert von ihrem Schwungverhalten und ihrem extrem gutmütigen Schussverhalten (auch bei schweren Schrotladungen). Hat man die Flinte einmal in Schwung gebracht, zieht sie diesen wie von alleine durch. Einfach ein Traum für die Flugwildjagd!

Über viele Jahre war ich mit dieser Flinte restlos zufrieden und nie hatte ich auch nur das kleinste technische Problem. Erst in den letzten Jahren wuchs in mir langsam der Wunsch nach einer Flinte mit etwas längeren Läufen. Schuld daran waren meine häufiger werdenden Besuchen auf dem Flintenparcours.

Dass es wieder eine BROWNING werden sollte, war für mich völlig klar. Leider war das Modell B425 bei Browning mittlerweile nicht mehr im Programm.

Und plötzlich tauchte bei Egun ein Angebot für exakt meine Flinte B425 „Waterfowl“ in neuwertigem Zustand, nur eben mit 76cm Lauflänge auf! Der Preis war fair und die Kaufentscheidung fiel binnen weniger Minuten!
Als die Waffe eintraf, war ich restlos begeistert. Zustand 1A und sie lag mir genauso gut wie meine alte vertraute Flinte.




Feuertaufe nur vier Tage später im Münsterland. Es war Ende Januar und der heiß ersehnte Taubenjagdtag war da. Zur Sicherheit hatte ich beide Flinten mit am Stand. Ich hatte ja noch keinen Schuss mit der neuen Waffe abgeben können und war etwas unsicher...

Noch in der Dämmerung hörte ich eine Krähe rufend anstreichen. Locker raus und zurück gerufen! Sie kam, aber blieb sehr hoch über den alten Eichen. Dennoch glitt die neue lange Browning an die Wange und wie von allein brach der Schuss. Die Krähe fiel wie ein Stein! Ein perfekter Start mit der neuen Flinte!

Um es vorweg zu nehmen: der Tag wurde spektakulär. Anflug ohne Ende und eine Trefferquote, die mich selbst stolz auf mich machte. Bereits zur Mittagspause lagen doppelt so viele Tauben an meinem Stand als ich je zuvor an einem Tag erlegt hatte!

Seither habe ich noch viele Male mit beiden Flinten im Vergleich gejagt und Tontauben geschossen. Mittlerweile steht für mich fest: ich möchte keine der beiden Flinten jemals hergeben!

Die „Lange“ mit den 76er Läufen kommt auf alle reinen Flugwildjagden mit. Sie schwingt einfach noch etwas besser und reicht halt gefühlt ein paar Meter weiter hinaus. Zudem schießen sich die Magnum-Ladungen bei der Gänsejagd doch etwas angenehmer aus ihr.

Die „Kurze“ mit 71er Läufen begleitet mich auf dem Skeet-Stand und auf allen gemischten Stöberjagden auf Hase, Kanin und Fasan, wo es manchmal auf flinke Schnappschüsse ankommt.

Inzwischen sind viele tausend Schuss aus beiden Waffen abgegeben worden. Beide funktionieren wie am ersten Tag und schließen saugend und satt. Die Verarbeitungsqualität ist extrem hoch, obwohl beide Flinten in Japan gebaut wurden und nicht wie früher bei FN in Herstal.

Einzig die Lackschäfte beider Waffen haben doch sichtlich Spuren davon getragen. Der Lack verkratzt doch sehr leicht und zurück bleiben dauerhafte Narben. Daher habe ich mittlerweile die Hinterschäfte meiner Waffen mit etwas Camo-Klebeband geschützt.

Alles in allem kann ich die BROWNING B425 „Waterfowl“ nur aller wärmstens empfehlen. Wem der etwas längere Schaft gut liegt, der wird sie lieben. Vorausgesetzte, man findet noch irgendwo eine dieser tollen Flinten im Handel oder am Gebrauchtmarkt.


Waidmannsheil!

Jagdwaffen

Kommentare

Siegfried Pieper
Das nenne ich konsequent!! WMH Dir mit den beiden "ungleichen Schwestern"...