Meopta Meostar R1r 3-12 x 56
Von Flo am 26. August 2015

Treffsicher durch Tag und Nacht dank tschechischer Technik
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Gleiche Ausgangssituation wie beim Test des Fernglases Meopta Meostar B1 - das alte Zielfernrohr aus Opa's goldenen Jagdzeiten ist längst überholt und schon gar nicht Sau-Jagd tauglich. Also muss ein neues her.
Zeiss, Swarovski, Leica und co. sind für den Studentengeldbeutel nicht tragbar, was also tun?
Meopta heisst die Wunderwaffe aus Tschechien.

Im folgenden Testbericht schildere ich meine Praxiserfahrung aus einem Jahr Meopta.

Größe und Gewicht:

Die 56er Röhre mit Mittelrohrdurchmesser 30mm trägt doch auf der schlanken Bockbüchsflinte total auf war der erste Einwand von meinem Großvater, als ich ihm von meinen Plänen in Sachen Optik erzählte. Aber was bringt mir die schönste und zierlichste Waffe, wenn ich den Rehbock im letzten Licht nicht mehr erlegen kann, oder der Fuchs in der Morgendämmerung auf 80m so verschwommen ist, dass ein Schuss nicht vertretbar wäre. Also muss das 339mm lange und 665gr schwere "Monster" her. Nach der Befestigung mit Schwenkmontage dann das große Staunen: das sieht ja total gut aus und wirkt gar nicht klobig. Und durch das größere Gewicht wird die sehr leichte BBF etwas beschwert, was sich nachträglich auf den Rückstoß sehr angenehm ausgewirkt hat.
Kurzum: Ich würde mir nie wieder ein kleineres Glas kaufen.

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Optik und Haptik:

Das Meostar fasst sich angenehm an, mangelnde Rutschfestigkeit ist für mich - wie vielfach kritisiert - nicht erkennbar. Ich trage meine Waffe ja nicht am Zielfernrohr. Die Höhen und Seitenverstellung mit Präzisions-Klichmechanismus (0,7 cm/100m) hat sich als leicht einzustellen und praxisgerecht erwiesen. Das Türmchen auf der linken Seite des Zielfernrohres dient zur Regulierung der Leuchtpunktintensität (Stufen 1-7), wobei zwischen den Stufen jeweils mit einem Klick der Punkt deaktiviert wird. Das erspart ein nerviges Rückschalten. Und auch wenn es mal nass werden sollte oder vom warmen Auto in die kalte Winterluft gerissen wird ist dank Anti-Beschlagbeschichtung immer klare Sicht möglich. Das kann ich nach etlichen Ansitzen im Regen oder Winter bestätigen.


Bildqualität, Absehen und Leuchtpunkt:

Die Bildqualität kann ich durchaus als sehr gut bewerten. Warme, randscharfe und realitätsgetreue Eindrücke sind stadard bei dem Meostar r1. Die beworbene Lichttransmission von 94-95% kann ich bestätigen. Selbst in tiefster Dämmerung konnte ich Fuchs, Reh und Sau sicher erfassen. Das Absehen 4 mit Leuchtpunkt war für mich, der Absehen 1 gewohnt war regelrecht revolutionär. Es erscheint gestochen scharf und lässt sich spielend leicht neu fokussieren. Im Vergleich mit Zeiss ist es etwas dicher, was manchen stören mag, mir jedoch gut gefällt. Ein Manko das ich sehe ist der Leuchtpunkt, der bei höchster Stufe doch etwas ins Absehen einstrahlt. Bei Tag stört das weniger, aber in der Dämmerung, wo eine leichtere Stufe nicht ausreicht kann das etwas stören, hat mich aber noch nicht vom Jagderfolg abgehalten.

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Dieser junge Rehbock kam ende Mai in Anblick - wahrlich ein prächtiger Zukunftsbock.
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deutlich durch das Zielfernrohr erkennbar ist das Senderhalsband des Feldhasen.


Preis-Leistung:

Wie immer bei Meopta ist der Preis ein schlagkräftiges Argument. Mit 1.049 (ohne Schiene) ist das r1 eine durchaus Preiswerte Alternative zu den namhaften Herstellern aus Deutschland und Österreich für mich geworden. Ich könnte nach einem Jahr, 7 Stück Rehwild, einem Fuchs und 2 Stockenten nicht glücklicher mit dem Zielfernrohr sein. Die 30 Jahre Garantie, wie beim Fernglas beschrieben sind ein zusätzliches Schmankerl.
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Diesen heimlichen, alten, abnormen ungeraden 12er konnte ich (nach gefühlten 100 Ansitzen nach dem Bestätigen) dank des Meopta im letzten Licht erlegen - eine wahre Freude für jeden passionierten Jäger wenn man die Ehre bekommt im heimischen Revier so einen besonderen Bock erlegen zu dürfen.
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Für den Schrotschuss aus nächster Nähe war die Vergrößerung schnell auf 3 gedreht und der Jungfuchs an den Platz gebannt.

Technische Daten:

Vergrößerung3-12x
Dämmerungszahl11,6-26,0
Sehfeld (100m)11,1-3,5
Mittelrohrdurchmesser30,0 mm
Austrittspupille15,0-4,8
Größe339,0 mm
Gewicht665,0 mm

Ich hoffe ich konnte euch einen kurzen Überblick geben. Bei Fragen gerne melden.
Allzeit Waidmannsheil und stets guten Anblick - eventuell ja bald mit dem Meostar R1r.
Flo.

Flo
Greenhorn

Kommentare

Flo

Kleiner Nachtrag - Mittlerweile nach einigen Stücken mehr, auch auf Stamperern mit flüchtigen Schüssen und Nachtansitz konnte ich einige Stücke Rehwild, einen Keiler und einen Hasen erlegen. Bin nach wie vor hochzufrieden und kann das ZFR uneingeschränkt weiterempfehlen. Wünsche allen ein kräftiges Waidmannsheil und viele schöne Anblicke, Flo.

Leonhardt

Danke für den ausführlichen Test. führe auch ein 35 Jahre altes Zeiss mit ABS. 11 und suche etwas zeitgemäßeres. habe deinen Bericht gelesen und leihe mir nun von einem Freund seine bbf mit meopta mal ein Wochenende aus und werde es testen. Die Bilder des Absehens sehen ja vielversprechend aus.

Robert B.

Super Test. Auch Ich führe dieses Glas seit ca. 1 Jahr (Mit Schiene) und bin auch hochzufrieden damit. konnte mit diesem Glas ebenfalls mehrere Rehe, Füchse und Sauen strecken, auch im Schießkino und am Schießplatz machte es einen tadellosen Eindruck.
Hatte vorher ein Zeiss- Conquest und das Meopta ist in den meisten Belangen besser.Ich komme mit dem Leuchtpunkt sehr gut zu Recht, Stufe 1-3 bei Dämmerung und Nacht funktioniert Super. Auch ich führe es sowohl auf Pirsch, Ansitz und Drückjagd (Mangels Geld). Es strotzte bisher den Elementen , auch ich habe die Vorteile bei Regen ,mit der recht guten Beschichtung, kennen gelernt! Auch im Winter, kältester Ansitz bei ca. - 20 Grad, verrichtete es seine Dienste zu meiner vollsten Zufriedenheit. Auch beim nächtlichen Sauen- Ansitz kann ich nicht klagen, wobei es natürlich bessere Gläser gibt, keine Frage( Zeiss HT oder V8 z.B.). Ich habe mittlerweile ca. 1000 Schuss damit durch, incl. 2 kapitalen Stürzen von der Leiter und es tut klaglos seine Dienste, Tag für Tag. einfach ein tolles Arbeitstier, mit einem sehr gutem Preis/ Leistungsverhältnis. Wer ein Glas für ein durchschnittliches Niederwild Revier sucht und nicht um die 2000 € ausgeben will, oder kann, ist damit Super bedient. Da ich weder weiter als bis ca. 170 m schieße/bejage, oder im Hochgebirge jagdlich zu Gange bin, sehe ich es nicht ein mehr zu bezahlen. Ich kann dieses Glas, mit gutem Gewissen; jederzeit weiter empfehlen.
Waidmannsheil

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