Testbericht nach einem Jahr Praxis mit der Sauer 404
Von Mittfield_Outdoors am 19. Juni 2016




Testbericht Sauer 404



Ausführung: Classic XT und Custom Lochschaft

Systemkasten: Aluminium

Kaliber: .30-06 Spring.
Lauf: 17mm / 51cm


Testzeitraum: Juni 2015 bis Juni 2016

Testarten: Ansitzjagd, Drückjagd, Nachsuche, Pirsch, Schießkino, Wettkampf


Munition: Federal Trophy Copper 180grs, S&B Exergy 180grs, RWS Cineshot


Als Sauer im vergangenen Jahr die Sauer 404 Repetierbüchse herausbrachte, entbrannten an allen Ecken die Diskussionen und Mutmaßungen über Neuerungen, Vor- und Nachteile, Sinn und Unsinn der reichlich verbauten neuen Gadgets. Sowohl in den einschlägigen Foren, Zeitschriften, sozialen Medien, als auch auf dem Stand und unter Mitjägern war und ist sie Gesprächsthema. Vielfach wurde sie in Werbevideos und Tests von verschiedenen professionellen Testern in höchsten Tönen gelobt und die Werbung sprach von der ultimativen Jagdbüchse. Dem gegenüber stand die eigentliche Zielgruppe, die sich ihr Urteil meist aus der Betrachtung beim Händler bildete oder eigene theoretische und praktische Erfahrungen aus unterschiedlichsten Gebieten, die nicht im direkten Zusammenhang mit der 404 standen, als urteilende Bewertung kommunizierten.
Insgesamt hatten jedoch die wenigsten diese Waffe aktiv im Gebrauch. Deshalb soll dieser Test völlig unvoreingenommen und objektiv Hilfestellung sein, wenn es darum geht, diese Waffe verstehen und einschätzen zu wollen. Die 404 wird vom Hersteller emotional mit Exzellenz und hohem Niveau beworben. Dementsprechend genau werden die einzelnen Punkte auch betrachtet. Die Formulierungen im Test mögen teils scharf klingen, passen sich letztendlich aber nur der beworbenen Qualität an. Die Kritik darf also nicht missverstanden werden, da sie nicht auf einen Vergleich der 404 mit anderen Waffen abzielt, sondern lediglich die Waffe selbst betrachten soll.
Inhalt des Tests werden neben den Praxiserfahrungen im Alltag die einzelnen Punkte sein, die sowohl vom Hersteller, als auch in den bereits erschienen Berichten primär erwähnt werden. Diese Punkte werden einzeln und vertieft behandelt. Weiter finden augenscheinliche Probleme und Kritikpunkte besondere Beachtung.



HANDSPANNUNG_ Die Handspannung ist wohl das primär beachtete neue Element der 404. Es gibt viele Anhänger, aber auch Kritiker. Letztendlich muss jeder für sich selber entscheiden, ob man persönlich mit oder ohne Handspannung arbeiten will. Ein objektives Richtig oder Falsch gibt es nicht. Sauer wirbt mit einfacher Bedienbarkeit und lautlosem Spannen im Anschlag.

Handhabung:
Der Spannschieber wird zum Spannen der Waffe in einer Bewegung nach vorn oben geschoben. Die Position ist direkt auf dem Schlösschen. Auch unter Konzentration im jagdlichen Alltag findet man ihn sofort und intuitiv. Zum Entspannen drückt man leicht nach oben und auf den Knopf am Schieber, um ihn dann in die ungespannte Ausgngsposition gleiten zu lassen. Ist die Waffe nicht gespannt, lässt sich die Kammer nicht öffnen. Zusätzlich wirkt eine automatische Schlagbolzensicherung, solange die Kammer nicht verriegelt ist. Will man die Kammer im entspannten Zustand öffnen, muss der Schieber leicht nach oben gedrückt und dabei die Kammer geöffnet werden.

Praxis:
Es gab anfängliche Schwierigkeiten mit dem Spannschieber. Man hörte und testete zu stramme oder wackelnde Spannschieber. Ich wurde Zeuge, wie potentiellen Käufer dies vom Kauf abhielt. Einzelne Waffen im Geschäft differierten zum Teil erheblich. Mittlerweile gibt es aber eine überarbeitete Version, bei der dies nicht mehr vorkommt. Sollte es zu Problemen kommen, tauscht Sauer das Teil aus. Ein weiteres bekanntes Problem ist eine Sperrung der Kammer. Es kam vor, dass sich aus nicht ersichtlichen Gründen die Kammer nicht mehr öffnen ließ. Grundsätzlich stimmt das nicht ganz: Beim Auftreten eines solchen Falles lässt sich die Kammer öffnen, allerdings nur mit einem beherzten Handschlag von unten auf den Kammerstengel. Auch bei meiner 404 war dies der Fall. Sauer zeigte sich sehr entgegenkommend und tauschte die Teile innerhalb einer Woche gratis gegen neue Versionen aus. Entgegen der Werbung des Herstellers kann die Waffe nicht lautlos und im Anschlag gespannt werden. Die exakte Lautstärke des vorsichtigen Spannens liegt zwischen 30 und 40 Dezibel, also ein leises Klicken. Beim Entspannen kommt man auf ca. 10 Dezibel. Das ist nicht laut, in Grenzsituationen auf der Jagd aber nicht ganz ohne. Fuchs auf 15m in einer Winternacht vernimmt das Spannen sicher. Weiter ist es kaum möglich, auch mit großen und kräftigen Händen die Waffe im Anschlag zu spannen. In meiner Praxis schaut das so aus, dass ich bei Wildanblick die in der Ecke lehnende Waffe zur Hand nehme, sofort möglichst leise spanne und dann in Anschlag gehe. Das stellt kein wirklich großes Problem dar, aber es wäre besser und sicherer, die Waffe erst unmittelbar vor dem Schuss spannen zu können.

Fazit:
Für mich bedeutet die Handspanung ein deutliches Plus an Sicherheit mit hohem praktischem Nutzwert, was letztendlich zum Kauf bewog. Der Spannschieber hatte einige Kindheitsprobleme, die jedoch behoben wurden oder von Sauer behoben werden. Die Handhabung ist theoretisch verbesserbar, schneidet aber im Vergleich zu anderen Waffen noch sehr gut ab.





VERRIEGELUNGSKOPF und KAMMER_ Die Kammer verriegelt mit sechs massiven Verschlusswarzen direkt im Lauf und wurde mit einem feinen Sonnenschliff versehen. Der Verriegelungskopf kann abgenommen werden, was einerseits der beworbenen Modularität der Waffe, als auch der Sicherheit dienen soll. Am Kammerstengel ist eine aufgeschraubte Kugel angebracht.

Handhabung: Der abnehmbare Verriegelungskopf kann einfach und sicher per Knopfdruck abgenommen werden. Falsches Aufsetzen ist aufgrund der Geometrie nicht möglich. Soll die Kammer in's Gehäuse eingeführt werden, wird ein kleiner Hebel links des Abzugsbügels nach innen gedrückt. Beim Herausnehmen der ungespannten Kammer muss der Spannschieber leicht nach oben geschoben werden und dann der Kammerstengel gedreht und nach hinten gezogen werden. Dann wird wieder der Knopf am Abzugsbügel gedrückt und die Kammer entnommen.

Praxis: Sauer wirbt bezüglich des abnehmbaren Verriegelungskopfes mit Flexibilität und Sicherheit. Flexibel bedeutet, dass zwischen edium- und Magnumkalibern bei gleicher Kammer aber unterschiedlichen Verschlussköpfen gewechselt werden kann. Dies ist in der Tat der Fall, wobei die Waffe damit standartisierte Magnummaße aufweist, die letztendlich etwas von der Eleganz und feinen Linienführung nehmen. Dass beim Abnehmen des Verschlusskopfes die Waffe nicht mehr schussfähig und damit sicherer ist, stimmt ebenfalls. Allerdings ist dieser Vorteil eher praxisorientiert, als juristisch notwendig. Wird die Waffe beispielsweise im Auto gelassen, erbeuten im Falle eines Einbruchs Unberechtigte keine scharfe Waffe, wenn sich der Verriegelungskopf währenddessen in der Hosentasche des Besitzers befindet. Für den Transport, die Haftung usw. hat dies aber keinen rechtlichen Hintergrund, da relevante Teile der Büchse im Auto liegen. Auch beachtet werden muss, dass der Verriegelungskopf selbst ein gestempelter, relevanter Teil der Waffe ist. Sorgloser Umgang sei damit also nicht angeraten. Im Alltag bleibt der Verschluss bei mir an der Kammer und wird nur zum Reinigen abgenommen.

Die Kammer selbst ist hocwertig und durchdacht verarbeit und es gibt entsprechend wenig auszusetzen. Als ein Punkt kann lediglich angeführt werden, dass sich im Gebrauch die Kugel am Kammerstengel gelockert hat. Auch beim erneuten festen Aufschrauben lockerte sie sich nach mehrmaligem Repetieren erneut. Sauer behob das Problem umgehend. Vermutlich wurde sie werkseitig festgeklebt. Sinnvoller wäre es, wenn sie auch ohne Kleber halten würde und festgezogen werden könnte. Oftmals wird der Bewegungsablauf beim Öffnen der nicht gespannten Waffe kritisiert. Der Daumen drückt also den Spannschieber leicht an, der Zeigefinger hebt den Kammerstengel und zieht dann in einer Drehung des Handgelenks die Kammer nach hinten. Das stellt in der Tat keine natürliche Bewegung der Hand dar. In der Praxis erwies sich dies aber als völlig unproblematisch. Man gewöhnt sich sehr schnell daran und bedient die Waffe beispielsweise nach dem Ansitz vorm Verstauen im Auto sicher und intuitiv. Auf Dauer also kein Nachteil. Grundsätzlich wackelt die Kammer nicht bei geöffneter Waffe. Beim Zuführen schließt sie satt und läuft gut. Ich verwende mittlerweile Creamicspray, was sie noch leichter und weicher bewegen lässt. Insgesamt ist extrem schnelles Repetieren möglich. Im Schießkino konnten innerhalb einer Sekunde zwei Schuss abgegeben werden, die Kammerstengelkugel ist dafür ausreichend groß.

Fazit:
Insgesamt gelungen und durchdacht. Konstruktionen wie der abnehmbare Verriegelungskopf müssen bezahlt werden, auch wenn man nie zwischen Kalibergruppen wechseln möchte.

Zusatz: Auf dem unteren Bild ist ein kleiner vorstehender Stift am Systemkasten zu sehen. Wird die Waffe mit der BoreSnake gereinigt, verfängt sich diese sehr schnell darin und wird dabei unbrauchbar. Zieht man zu stramm, hat man ein dickes Faserkneul im Patronenlager, das sich nicht ganz leicht entfernen lässt.





ABZUG_
Sauer präsentiert die 404 mit einem für Jagdwaffen ungewöhnlichen Abzug. Das Züngel kann nach vorne und hinten um insgesamt 8mm verschoben, sowie um 5 Grad radial verdreht werden. Zusätzlich kann das Abzugsgewicht auf 550 g, 750 , 1000g und 1250 g eingestellt werden.

Handhabung:
Vom Hersteller wird ein kleiner Inbus mitgeliefert, mit dem sich eine kleine Schraube direkt am Abzugszüngel lösen lässt. Damit lockert sich das Züngel und kann stufenlos bewegt und gedreht werden. Aufgrund der geringen Größe ist es verständlicherweise nicht möglich, den SUS dafür zu verwenden. Da es sich auch eher um seltene Anpassungen handelt, ist dies in der Praxis auch irrelevant. Um das Abzugsgewicht zu verstellen, wird der Vorderschaft abgenommen und seitlich am Gehäuse mit dem Sauer Universalschlüssel (SUS), der im vorderen Riemenbügel integriert ist, radial zwischen den vier Stufen das Abzugsgewicht gewählt. Stufe 1 = niedrig = 550 Gramm, usw. Oftmals nicht ersichtlich oder klar vermittelt: Beim Drehvorgang wird kein Gewinde gedreht. Das Abzugsgewicht kann also in beliebiger Richtung durch beliebiges Drehen eingestellt werden.

Praxis:
Zuerst mit Interesse wahrgenommen, wird manchem doch die Flexibilität des neuen Abzuges nicht klar ersichtlich werden. In der Praxis hat das Ganze jedoch tatsächlich einen hohen praktischen Wert. Das Verstellen des Züngels in der Längsachse ist natürlich eine praktische Sache und ein leicht vermittelbarer Vorteil. Der persönliche Idealabstand ist schnell ermittelt und eingestellt. Und dabei zeigt sich tatsächlich, wie sich ein radial verdrehter Abzug doch auf die Präzision beim Schießen auswirkt. Das langsame und flüssige Durchziehen beim Schuss wird erheblich vereinfacht, die Treffergebnisse werden tatsächlich besser. Das muss man einfach mal ausprobieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass im Winter mit dicker Kleidung und eventuell sogar Handschuhen der Abstand von Körper zu Schaftkappe zu Züngel an die Kleidung angepasst werden kann. In diesem Fall müsste das Züngel also zweimal jährlich neu angepasst werden, was an sich keinen Aufwand darstellt und sowieso in wenigen Minuten passiert ist.
Die Abzugsgewichte sind dagegen differnzierter zu betrachten. Persönlich bin ich ein Freund des französischen Stechers. Abzugsgewichte um 300 Gramm liegen mir gut. Bei der 404 ist das niedrigste Gewicht 550 Gramm. Auf dem Stand beim Einschießen ist mir das tatsächlich ein kleinwenig zu hoch, jagdlich allerdings ideal. Die Stärke des Quattro-Abzugs liegt nicht zwangsläufig in der Verstellbarkeit für den jeweiligen Schützen im Alltag, sonder mehr darin, dass jeder ungefähr sein Abzugsgewicht einstellen kann und dabei auch bleibt. Dass bei Drückjagden höhere Abzugsgewichte als beim Ansitz bevorzugt werden, kann ich nicht bestätigen. Ich bleibe grundsätzlich bei Stufe 1. Die Abzugscharakteristik ist exzellent: knochentrocken.

Fazit:
Beide Neuerungen bieten einen echtenMehrwert, auf den ich gerne zurückgreife. Ein Zusatz, den man gerne hat. Die Umsetzung ist praxistauglich, hochwertig und gelungen. Einziges Manko: Das Züngel selbst wirkt etwas klobiger und nicht mehr so elegant wie beispielsweise bei der 202.



LAUFWECHSEL_ Der Laufwechsel gestaltet sich bei der 404 recht einfach. Sauer garantiert 100%ige Wiederkehrgenauigkeit ohne Setzschuss nach Aus- und Einbau. Weiter können Läufe in allen angebotenen Kalibern verwendet werden.

Handhabung:
Die Kammer wird entnommen, der Vorderschaft mit dem SUS abgenommen, die drei Klemmschrauben am Gehäuse nach Nummerierung aufgedreht, das Kombielement nach unten geschwenkt, der Lauf radial gedreht und herausgenommen. Einbau erfolgt gleich nur in umgekehrter Reihenfolge.

Praxis: Aus- und Einbau geht sehr schnell und unproblematisch. Es ist darauf zu achten, dass die einzelnen Teile vor dem Zusammenbau gereinigt sind. Nach intensiven Tests kann nicht bestätigt werden, dass die Waffe zu 100% wiederkehrgenau ist und ohne Setzschuss auskommt. In der unteren Grafik wird dies anhand eines Beispiels dargestellt. Die Waffe hat nach einem Laufeinbau definitiv einen Setzschuss und die neue Gruppe liegt nicht auf der alten. Die Differenz ist jagdlich zwar vertretbar, jedoch sicherlich nicht auf vom Hersteller versprochenen Niveau. Genau genommen bewegt man sich je nach Laborierung um die 4cm auf 100m Differenz, den Setzschuss nicht mit einberechnet. Im persönlichen Gespräch mit Sauer wird das sogar bestätigt. Trotzdem enttäuscht die 404 in diesem Punkt gegenüber der offiziellen Darstellung. Grundsätzlich kann das verbessert werden, wenn mit einm Drehmomentschlüssel gearbeitet wird. Vorgesehen ist aber der SUS. Wer kein Feingefühl hat, wird damit aber noch deutlich größere Differenzen haben. Zum Lauf allgemein sei an dieser Stelle nur kurz eingegangen. Die Präzision ist wie von Sauer erwartet sehr gut. In allen Tests gab es keine Munition, die der Lauf nicht vertragen hätte. Die Streukreise bewegten sich auf 100m zwischen 3 und 1cm, auf 300m ohne größere Tests mit Standardmunition 7cm.

Fazit: Die Laufwechselmöglichkeit hat einen sehr hohen praktischen Nutzen und wird in der Praxis zum Reinigen, Transport, usw. angewendet. Auch die Möglichkeit zwischen einzelnen Kalibern zu wechseln unterstützt den modularen Gedanken der 404. Die propagierte, aber nicht eingehaltene 0-Toleranz der Wiederkehrgenauigkeit nimmt aber das letztendliche Vertrauen an einem wesentlichen Teil der Waffe. Es wird selten vorkommen, dass dies zu kritischen Situationen führt, aber in diesem Punkt ist die Konkurrenz etwas vorne. Nach Ein- und Ausbau des Laufs muss also definitiv probegeschossen werden.



MAGAZIN_ Sauer bietet ein 3-Schuss- und ein 5-Schuss Magazin (Mediumkaliber) an. Standardmäßig wird die 404 mit einem 3-Schuss Magazin geliefert. Das Magazin kann mit dem sogenannten MagLock Button am Vorderschaft gegen unbeabsichtigtes Entriegeln geschützt werden.

Handhabung:
Bei den Magazinen gibt es wenig zu beachten. Die Patronen werden von vorn nach hinten eingeschoben. Ein Nachladen im eingesteckten Zustand ist damit nicht möglich. Magazinsperre MagLock wird aktiviert, in dem man den Entriegelungsknopf nach vorne schiebt.

Praxis:
Die Magazine sind sehr hochwertig verarbeitet und erfüllen ihren Zweck. Allerdings schaut auch beim 3-Schuss Magazin der Magazinboden aus dem Systemkasten heraus, was die Linienführung der 404 empfindlich stört. Außerdem ist die Beschichtung des Magazinbodens als einziger Metallteil der Waffe sehr anfällig gegen Kratzer. Mein 5-Schuss Magazin hatte zu Beginn das Problem, dass Patronen nicht richtig nachgeführt wurden und sich im Magazin schräggestellt hatten. Dies wurde durch Sauer jetzt dauerhaft behoben. Ein weiteres Problem gab es mit dem 3-Schuss Magazin: Wenn eine nicht verschossene Patrone sehr langsam, leise und vorsichtig aus dem Lauf repetiert wurde, drückten vermutlich die Magazinlippen an den Hülsenhals, was sich in dortigen kleinen Eindellungen zeigte. Repetiert man normal mit Schwung, passiert das nicht. Sauer justierte die Magazinlippen, das Problem besteht jedoch weiterhin. Außerdem werden die Patronen bei mehrmaligem Aus- und Einrepetieren an der Hülsenoberfläche sehr fein angekratzt. Woran das genau liegt, kann ich nicht sagen. Feiner Messingstaub muss deshalb hin und wieder aus dem Systemkasten geputzt werden.

Fazit:
Seit die Magazine von Sauer üerarbeitet waren, funktionieren sie gut und werden sicherlich lange ihren Dienst tun. Als Verbesserung hätte man sie so konstruieren können, dass die Magazine auch von oben in der Waffe steckend hätten nachgeladen werden können. Außerdem wäre es sehr hilfreich gewesen, wenn das Standardmagazin nicht nur 3 Kugeln fasst, sondern wie z.B. bei der 101 5 Schuss.






RIEMENBÜGEL und SUS_
Die Sauer Riemenbügel sind per Knopfdruck abnehmbar. Der Riemenbügel des Vorderschafts ist gleichzeitig der Sauer Universalschlüssel (SUS), ein ausklappbarer Inbus mit dem alle wesentlichen Veränderungen der Waffe ausgeführt werden können.

Handhabung:
Wie von Sauer gewohnt, sind die Riemenbügel schnell per Knopfdruck abnehmbar. Klappt man im vorderen Riemenbügel den Inbus um 90 Grad aus, hat man das Universalwerkzeug für die Waffe. Abzugsgewicht, Laufwechsel, Schaftabnahme, usw. sind damit möglich. für die Verstellung des Abzugszüngels ist allerdings ein kleinerer Inbus vonnöten.

Praxis:
In der Praxis zeigt sich, wie clever es war, ein Universalwerkzeug in einem wesentlichen Teil wie dem Riemenbügel zu verbauen. Man hat ihn immer dabei und kann viel damit tun. Der SUS macht einen sehr wertigen Eindruck und versagte in der Praxis nie. Die schnell abnehmbaren Riemenbügel sind ein sehr wichtiges Teil im jagdlichen Alltag. Wer auf der Kanzel keinen lästigen Riemen baumeln haben möchte, macht sie einfach schnell raus. SUS und Riemenbügel sind absolut wichtig und sehr gut gelöst. Eventuell schadet ein Tröpfchen Öl oder Ceramicspray an den Kugellagern der Bügelaufnahmen nicht. Es kann vorkommen, dass sie sonst nicht sofort einrasten. Sollten sie sich deshalb einmal lösen, könnte das böse ausgehen. Man sollte das Klicken beim Einrasten immer akustisch wahrnehmen.

Fazit:
Will ich beides keinesfalls missen.



MONTAGE SUM_
Die Sauer Universal Montage SUM ist eine Brückenaufkippmontage mit zwei Hebeln/Halteelementen. Die Montagebasen sind bereits in das System eingefräst, was laut Sauer niedrige Bauhöhe, geringste Toleranzen und absolute Wiederkehrgenauigkeit leisten soll.

Handhabung:
Die Montage wird mit geöffneten Haltelementen auf die Ausfräsungen am Systemkasten gekippt. Die Halteelemente werden nach hinten gedreht und dann die Deckel nach vorne geklappt.

Praxis:
Auf dem Schießstand zeigte sich, dass die Montage tatsächlich absolut wiederkehrgenau ist (siehe Grafik unten). Sie ist schnell abgenommen und wieder aufgesetzt. Durch die Brücke bietet sie ein Höchstmaß an Stabilität. Die Ausfräsungen direkt am System und die darin greifenden Stifte bieten Sicherheit und niedrige Bauhöhe, was bei unterschiedlichen Schussentfernungen zum Tragen kommt. Die Konstruktion ist elegant und wenig aufdringlich entworfen. Grundsätzlich eine wirklich gute Montage. Im Gebrauch zeigte sich aber auch, dass sich nach mehrmaligem Auf- und Absetzen die kleinen Schrauben an den Gelenken der Halteelemente lockern. Diese müssen dann nachgezogen, bzw. justiert werden, um die von Sauer geforderte Spannung beim Schließen gewährleisten zu können. Auf Dauer ist das ein Kritikpunkt, den man nie aus den Augen lassen darf. Insgesamt wirken die Haltelemente durch die Gelenke eher fragil. Bei anderen Herstellern ist dies besser gelöst. Außerdem sind sie wenig formschön. Ein großer Kritikpunkt ist ebenfalls, dass Sauer bei den Ausfräsungen wieder ein eigenes System auf den Markt brachte, was gegen die Nutzerfreundlichkeit und Flexibilität bei der Auswahl von Montagesystemen steht. Es wäre sinnvoller, auf bewährte Weaver- oder Picatinny-Profile zurückzugreifen, wie man das ja auch auf dem deutschen Markt sieht.

Fazit:
Präzise und robuste Montage mit kleinen Mängeln, die in dieser Preiskategorie nicht vorkommen dürfen. Wenn ein Hersteller ein eigenes System auf den Markt bringt, muss dieses über den Markt erhaben sein. Berechtigt wären intelligent konstruierte Montagen wie z.B. eine Dentler Vario.


SCHAFT_ Sauer verbaut Schäfte aus Holz, Carbon und Polymer. Die Trennung von Vorder- und Hinterschaft ist von der 202 und 303 bekannt. Aktuell gibt es keine Holzschäfte mit verstellbarer Backe und keine hölzernen Lochschäfte. Die Lochschäfte aus Polymer und Carbon sind für Rechts- und Linkshänder geeignet. Sowohl Vorder- als auch Hinterschaft werden mit dem SUS entfernt und angebracht.

Handhabung:
Mit dem SUS wird eine Schraube durch den Hinterschaft ins System geschraubt. Der Vorderschaft enthält ein exzentrisch gelagertes Befestigungsmodul, das eine extrem schnelle Schaftabnahme gewährleistet. Der SUS wird unten am Vorderschaft in ein Loch eingeführt, leicht eingedrückt und um 90 Grad gedreht, worauf der Vorderschaft sauertypisch abgezogen werden kann.

Praxis:
Schnelle Schaftabnahme, kurze Packmaße und hohe Materialqualität zeichnen die Sauerschäfte aus. Der Polymerschaft ist extrem robust und hochwertig. Die eingelassenen Elastomerbereiche schaffen sicheren Halt und dank der Soft-Touch Beschichtung ist die Waffe auf der Kanzel sehr leise. Im harten Gebrauch zeigten sich nur minimale Abschürfungen an der Beschichtung, was aber kaum auffällt. Die Schaftgeometrie scheint tatsächlich den Rückstoß zu minimieren. Der nach hinten ansteigende Hinterschaft kickt im Schuss fast gar nicht und kann auch von Frauen problemlos geschossen werden. Man sollte aber peinlichst darauf achten, nicht mit den üblichen Waffenreinigern (Gun Degreaser, etc) an den schwarz beschichteten Vorderschaftabschluss zu kommen. Die Beschichtung löst sich sofort auf, was ich einigermaßen erstaunlich finde. Der Lochschaft von Sauer liegt gut in der Hand, ist aber als Allrounder nicht wirklich gut auf die Proportionen der Hand abgestimmt. Sprich: wer einen wirklich gut sitzenden Lochschaft möchte, muss sich diesen schäften lassen. Habe ich gemacht und schieße damit nochmals deutlich besser. Bei Mitbewerbern am Markt finden sich solche Schäfte aber schon an der Stange. Noch zu erwähnen ist der gestalterische Fehlgriff am Hinterschaft der Holzversion. Bisher traf ich niemanden, der das nur ansatzweise attraktiv fand. Als jemand der hauptberuflich designd, ist es mir schleierhaft, wie so ein Fauxpas in Serie gehen konnte.

Fazit:
Die Polymerschäfte sind grundsolide verarbeitet und eine Freude im Alltag. Es wäre schön, wenn die Auswahl schnell größer werden würde. Z.B. sind verstellbare Schaftbacken absoluter Standart in der heutigen Zeit. Insgesamt ist die Schaftkonstruktion, Qualität und Geometrie der 404 herausragend. Wenig Schnickschnack, absolut zuverlässig.




OBERFLÄCHEN_
Die Sauerläufe sind plasmanitriert und brüniert. Es wird eine allgemein gute Kratzfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit angegeben.

Handhabung:
Die Metalloberflächen werden normal geschützt. Entweder mit hochwertigem Waffenöl oder Ceramicspray.

Praxis:
Obwohl die Waffe mitunter nach der Jagd im Futteral "schwitzte", war nie Flugrost oder ähnliches zu
sehen. Ebenfalls wurden keinerlei Kratzer am Lauf und Gehäuse sichtbar. Wie bereits erwähnt, scheint aber der Magazinboden eine gewisse Schwäche zu sein. Dort sind Krater schnell erkennbar, die allerdings nicht durch die Oberfläche reichen und eher optisch stören als konstruktiv schädigen. Ein echter Kritikpunkt ist die Verbindung zwischen Montage und Systemkasten. Die Montage ist aus Stahl gefertigt, das Standardsystem der 404 aus Aluminium. Damit trifft hartes auf weiches Material. Bereits nach wenigen Wochen zeigten sich kleine Abschürfungen an den Ausfräsungen am Systemkasten. Laut Sauermitarbeitern ist dieses Problem bekannt und soll behoben werden, offiziell wird dies aber als Benutzerfehler dargestellt. Der Polymerschaft kann einfach mit einem feuchten Tuch und Spüli abgewischt werden und ist sehr leicht zu reinigen.

Fazit:
Die Oberflächen der 404 sind hochwertig und dauerhaft. Magazinboden und Montagefräsungen sollten in Zukunft Beachtung geschenkt werden und die Problematik nicht dem Benutzer in die Schuhe geschoben werden.


DESIGN_ Sauer macht elegante Waffen. Sicherlich ein Grund für viele, sich eine 200, 202, 303 oder 404 anzuschaffen. Die 404 wirkt ein kleinwenig massiger als die 202, was der Waffe aber keinen Abbruch tut. Schade ist, dass der Magazinboden unten deutlich hervorsteht und der Hinterschaft in der Holzversion diese Welle aufweist. Auch der Abzug könnte ein wenig eleganter ausgeformt sein. Ansonsten ist die 404 nach gestalterischen Gesichtspunkten eine elegante und führige Waffe, die beinahe schon zeitlos elegant für sich steht. In diesem Punkt ist Sauer der Konkurrenz deutlich voraus. Während die einen der Nachkriegsvergangenheit anhängen, erliegen die anderen dem Versuch übertriebener Ausgestaltung, die letztendlich nur zum kitschigen Zeitzeugen wird und zum Zeitpunkt der Produktion schon den kurzlebigen Trends hinterherhinken. Die 404 ist im Großen und Ganzen gelungen und erweckt den Eindruck, dass Form und Funktion aufeinander abgestimmt sind.


Schlussbetrachtung_ Mit der 404 ist es Sauer tatsächlich gelungen, gewisse revolutionäre Aspekte in den Jagdwaffenbau einfließen zu lassen. Als Jäger ist die Waffe Handwerkszeug, das man wertschätzt und sich darauf verlässt. Innerhalb eines Jahres im harten Gebrauch kann gesagt werden, dass die Waffe absolut praxisorientiert konstruiert wurde, dass es eben nicht unnötige technische Spielereien sind, die da an einer 202 vorgenommen wurden. Die 404 ist eine modulare Waffe, die man selber auf sich zuschneidern kann. Dass es dabei zu vielen kleinen und eigentlich leicht behebbaren Problemen kam, ist schwer nachzuvollziehen. Vielleicht hätte Sauer die Waffe selber einem längeren Dauergebrauch unterziehen sollen. Bedenkt man auch, dass die 404 eine modulare Waffe sein will, sollten die Einzelkomponenten nicht den Wert einer Neuwaffe anderer renommierter Hersteller übersteigen. Damit wird das Konzept zur Farce. Werden die Kinderprobleme der 404 behoben und die Preise der Einzelkomponenten heruntergefahren, dann ist eine 404 ihr Geld definitiv wert. Ob ich sie mir wieder kaufen würde? Definitiv ja! Ist sie Teil meines Alltags? Sauen Masters 2016, viele spannende Jagdtage mit reichlich Beute, Long Range und Kino, Drückjagd, ... Ja, das ist sie!


Mehr Bilder hier!








Kommentare

Hans Forstmann

Ganz ehrlich: Ich war immer am Zweifeln. Wie so viele stelle ich mir grad die Frage: R8 oder 404. Ich glaube Du hast es für mich entschieden @Archaios ;-)

Mittfield_Outdoors

@Försti Wie Auch immer deine Entscheidung ausfällt, es freut mich, wenn der Bericht in irgendeiner Art und Weise hilfreich war! :)

Dreispross Kanal

Ausführlich, sachlich formuliert und bebildert, hilfreich. Ein anwenderorientierter Praxistest 👍

Waidmann

Der wohl ehrlichste und beste Bericht, welchen ich über die 404 gelesen habe. Danke dafür!!!

jagd_osterzgebirge

Wie, ein wirklich toller Testbericht, da bleiben bezüglich der Waffe keine Fragen offen, zumindest bei mir. Eine Frage hätte ich allerdings nochmal zu dem Ceramicspray: hast du da eine Empfehlung? Würde nämlich bei meiner Waffe auch gern den Schlossgang optimieren.

Mittfield_Outdoors

Danke euch! :)

Also ich hab bisher die besten Erfahrungen mit Fluna Gun Coating von FLUNA TEC gemacht. Die Unterschiede zwischen dem und Hochleistungsölen wie beispielsweise Lupus sind enorm!

jagd_osterzgebirge

Cool, danke für die schnelle Antwort. Werde mir das definitiv mal bestellen und testen.

Grünhorn

ich verwende seit etlichen Jahre das Schmeisser Triple Weapon Oil mit hoher Zufriedenheit. Die Qualität und der Preis haben mich überzeugt.
http://www.schmeisser-weaponcare.de/de/produkte/triple-weapon-oil-waffenoel-44.html

Super Bericht und nochmals Gratulation für den Erfolg bei den Sauen Masters. Ich konnte dort leider nicht überzeugen :-( habe jedoch nur die Leihwaffen benutzt.

Mittfield_Outdoors

Ah, Berny, du warst da auch dabei! Haben uns wohl dort um einen Tag verpasst. Aber es ist ja so: Dabeisein ist alles! :)

Zum Thema Öl und Keramikspray: Funktioniert natürlich beides, ganz klar! Der Vorteil beim Keramikspray ist der, dass es eine chemische Verbindung mit der Oberfläche eingeht und trocken ist. Bei Öl kommt es eher vor, dass auch Schmauch haften bleibt. Muss einfach jeder mal ausprobieren und dann entscheiden, was mehr Sinn macht, da gibts kein Richtig oder Falsch..

Grünhorn

mich interessierten beim SauenMasters vor allem die diversen Waffen zum Testen auf den verschiedenen Disziplinen. War recht positiv überrascht von der Savage und angetan von Helix.

Das Schmeisser ist auch ein Keramik-Hochleistungsspray, das keinen Film hinterläßt. Aber es gibt hierzu ja bereits diverse Anbieter und jeder muß sein passendes finden.

Michael Neuhaus

@Archaios
Wo hast du dir den Holzschaft anfertigen lassen, bzw. erworben und zu welchem Kurs?
Gruß

Mittfield_Outdoors

Servus! Also das Schaftholz habe ich selbst ausgesucht und eingekauft und den Vorder- und Hinterschaft selber gebaut.

Carl M. Lidl

Vielen Dank für diesen tollen Erfahrungsbericht. Besser als alles andere, was ich bisher zur Sauer 404 gelesen habe.

Frank Herchet

Habe die 404 nun 9 Monate, ich würde sie mir nicht mehr kaufen. Das sperrige Repetieren und andere unsaubere Kleinigkeiten mir macht sie keinen Spass. Ausserdem sagte man mir auf der IWA dass beim Laufwechsel die Schrauben mit einemDrehmomentschlüssel angezogen werden müssen, man könne sie aber auch anritzen um die alte Position wieder zu erlangen ????

Jäger NRW

Ist es möglich zu erfahren,von wem und wo der costum Holzschaft gefertigt wurde? Ziehe etwas ähnliches in Betracht.

Mittfield_Outdoors

@Hunting404 : Der ist von mir ;)

Luca Wirtz

Gabs mittlerweile Probleme mit der Montage bezüglich Abschürfungen im System oder sind es immer noch nur kleine Kratzer? Und hat sich da bei Sauer schon was getan? Ich plane, mir auch eine 404 anzuschaffen, die Geschichte mit den Montagebasen ist das einzige, das mich davon abhält

Mittfield_Outdoors

@Lwirtz Also bisher hat sich nichts weiter getan. Hatte die Montage 16 Monate im Gebrauch, aber weitere Abschürfungen gab es nicht. Von daher kein echtes Problem. Mittlerweile nutze ich aber eine Dentlermontage, zu der es bald einen großen Bericht geben wird.

Luca Wirtz

Kannst du mal ein Foto von dieser Kerbe machen? Das hör ich zum ersten Mal, scheint ja einen gravierenden Mangel darzustellen, wenns die Kammer selber angreift

Karl Aschmann

Leider sehe ich hier keinen Button, um die Fotos hochzuladen, habe aber heute im Wild und Hund Forum ebenfalls darüber berichtet samt Fotos (letzte Seite):
https://forum.wildundhund.de/showthread.php?111614-Sauer-404-mit-Alugehäuse-und-hat-es-BUMM-gemacht!!/page10

Update: heute habe ich bereits Antwort vom Büma UND von Sauer erhalten: Schlösschen und Kammer werden umgehend ersetzt. Immerhin, schnell sind sie!

Franz Baumann

Hier auf geartester sind zwei Berichte über die 404. Der eine die übliche Sauer-Werbung, dieser hier sehr sachlich und vor allem auch praxisbezogen. Dein Beitrag spiegelt das, was man von "freaks" hört, die offen sagen, dass die 404 nicht wiederholgenau ist. Mir gefällt, dass Du Stärken und Schwächen neutral angesprochen hast. Nur so ist`s ein ehrlicher Test, nur so kann der potentielle Käufer abwägen, ob er für diese Waffe mit allen "Pro`s und Kon`s" einen Preis X ausgibt oder eben nicht. Dafür ein großes DANKE!

Christian Kumpf

Moin!
Das oben Geschriebene kann ich bestätigen, die 404 ist sicherlich eine sehr durchdachte, aber technisch eben noch nicht ausgereifte Waffe.
Bei meiner Synchro XT waren die „Setzschüsse“ nach dem Zerlegen jedoch noch um einiges problematischer, weil die neue Treffpunktlage tlw. um bis zu 15cm von der vorherigen abwich. Nach diversen Nachbesserungsversuchen, die alle nicht zu dem gewünschten Ergebnis führten, habe ich dann gewandelt und mir eine R8 zugelegt. Jetzt bin ich zufrieden.
Zusammengefasst, viele interessante Features, aber wer mit 100% Wiederkehrgenauigkeit wirbt, sollte das auch umsetzen.

Mittfield_Outdoors

@Franz Baumann: Ganz genau, so sehe ich das auch. Die üblichen Werbephrasen sind zwar für den Hersteller wichtig und richtig, diese aber als "Tester" zu wiederholen, verfehlt den Zweck. Wie ich ja geschrieben habe, bin ich der Meinung, "meine" Waffe mit der 404 gefunden zu haben, obwohl ich konstruktiv und dennoch scharf formuliert auf das Gesamtpaket 40 eingegangen bin. @Christian Kumpf: Ich muss sagen, dass ich mittlerweile ein recht gutes Gefühl für's Anziehen der Laufschrauben habe und ich mit gutem Gewissen eine Jagd auf Schalenwild bis 150m nach einem Laufausbau/-einbau machen würde. Dieses letzte Qäntchen für beispielsweise den Schuss aufs Fuchshaupt auf 120m ist aber nicht gegeben. Finde ich auch nicht schlimm, zumal es kein anderer Hersteller besser kann (Blaser fährt ein anderes System, teilweise mit hochproblematischen Nebenerscheinungen), ich denke nur, dass die Suggestion in der Werbung kontraproduktiv ist. Selbst im Begleitheft ist die Toleranz der 404 anders angegeben.

Fakt ist: Ich hab noch keine perfekte Jagdwaffe gefunden. Und Werbephrasen oder Fanboyklatsch sind nichts für mich. Trotzdem ist die 404 noch immer (nach jetzt 3 Jahren im Gebrauch) das für mich beste, was man so derzeit von den Herstellern bekommen kann. Würde ich eine Tikka, Blaser, Remington und Co. unter die Lupe nehmen, wären auch da positive und negative Dinge zu erwähnen. Das Fazit wäre aus meiner Sicht heraus aber sicherlich deutlich kritischer... :)

Christian Kumpf

@Mittfield
Welche problematischen Nebenerscheinungen meinst Du bei Blaser genau? Meine R8 und auch die Vorgänger-R93 waren wirklich 100% wiederkehrgenau, mit einem einfachen Inbus, ohne Gefühl und Drehmoment:-))
Freut mich, dass Du damit klar kommst, hatte ich mir auch erhofft. Aber die Unwägbarkeiten waren mir einfach zu groß. Weiterhin viel Waidmannsheil mit der Waffe!

tom

@Mittfield_Outdoors: Hi, Toller Bericht! Ich bin mit meiner Sauer 404 ebenfalls sehr zufrieden. Klar, das ein oder andere Manko hat die Waffe, wie es eben jede Waffe irgendwo hat. Das Manko worüber ich mich etwas ärgere ist, dass bei meiner Classic XT, der Vorderschaft schwer bzw nur mit Gewalt lösen lässt, da das Holz logischerweise immer etwas arbeitet und dann zu wenig Spiel hat. Im Winter geht der VS besser abzumontieren als im Sommer...
Da ich mir jetzt aber selbst eine Schäftung anfertigen möchte, wäre ich Dir sehr dankbar, wenn Du mir einen Tipp geben könntest, wie Du das mit der Verriegelung im Vorderschaft gelöst hast? Hast Du die Verriegelungsmechanik (Bauteil) irgendwo gekauft? Wenn ja, wo gibt es die zu kaufen? Gleiches gilt für die Tropfenformende aus schwarzen Plastik und den Becher mit Halder-Riemenbügel-Halterung, diese an den orig. Schäften dran sind. Wo hast Du das Zeugs den nachgekauft oder hast Du das improvisiert?
Danke vorweg. VG Tom

Dan

Moin, hast Du Deinen Schaft als Einmalprojekt gemacht oder beschäftigst Du Dich beruflich damit!
Der Schaft gefällt mir richtig gut!

Mittfield_Outdoors

Servus! Es gibt Kleinserien davon für Interessierte. Frohe Weihnachten!

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