Benelli Vinci
Von Jagd-Team Nordschleswig am 9. April 2015

Hallo und Waidmannsheil,

wir vom Jagd-Team Nordschleswig hatten die Gelegenheit die Selbstladeflinte „Vinci“ von der Firma Benelli testen zu dürfen und ich möchte Euch diese im Folgenden einmal vorstellen.


Zum Test

Die Benelli Vinci habe ich im Tarndruck „Max-5“ gewählt und mich für die 71 cm Lauflänge entschieden, um eine führige Waffe zu erhalten. Sie wurde in einem praktischen Transportkoffer geliefert und kam mit 5 Wechselchokes (1/1, 3/4, 1/2, 1/4 und Zylinder).


Bestandteile

Im Wesentlichen besteht die Benelli Vinci aus drei Hauptbauteilen, dem Lauf, dem Hinterschaft und dem Vorderschaft. Das Zusammensetzten, sowie das schnelle zerlegen für den Transport gestaltet sich als sehr leicht und ist mit drei Handgriffen erledigt. Zum Zusammensetzen wird der Lauf auf dem Hinterschaft mit einer Viertelumdrehung befestigt. Der Vorderschaft wird anschließend mit einer Hand unter den Lauf gehalten und mit der anderen lässt sich die Schaftkappe durch eine kurze Drehung arretieren. In der Praxis sind das drei Handbewegungen die sich in weniger als einer halben Minute durchführen lassen.


Design

Was einem als erstes an der Benelli Vinci auffällt ist das moderne und durchdachte Design. Die Selbstladeflinte ist schlank geschnitten, alle Rundungen sind wohl durchdacht und die Benelli Vinci durchsticht durch ihre ergonomische Verarbeitung. Optisch wirkt die Flinte sehr schlank und futuristisch.


In Line Inertia

Im Allgemeinen unterscheidet man bei Selbstladeflinten zwischen zwei Arten, den Rückstoßrepetieren, die die Energie des Rückstoßes nutzen um eine neue Patrone aus dem Magazin ins Patronenlager einzuführen und die Gasdrucklader, die im Bereich des Vorderschaftet einen Teil des Gasdruckes abzweigen um den Nachladenvorgang einzuleiten. Beide Arten besitzen bezüglich ihrer Eigenschaft Vor und Nachteile. So führt der Nachladeprozess bei dem Rückstoßlader zu einem stärkeren Rückstoß in der Schulter und bei den Gasdruckladern kommt es sehr schnell zu Verunreinigungen im gesamten System, da ein Teil des Gases immer zurück durch die Waffe geführt werden muss.
Benelli hat bei der Vinci das System des Rückstoßladers überarbeitet und mit dem „In Line Inertia System“ einen Rückstoßlader geschaffen, der die höchstmögliche Energie des Rückstoßes kompensiert und in dem Wiederladeprozess leitet. So Minimiert sich nicht nur der Rückstoß um ein vielfaches, sondern es ist auch problemlos möglich Patronen mit einer geringen Vorladung von nur 24g zu verschießen, auch die Rückstoßenergie dieser Patronen genügt für den Nachladevorgang.
Um den Rückstoß der Benelli Vinci noch weiter minimieren zu können wurde das „Comfor Tech Plus“ System in den Hinterschaft integriert. Ein Rückstoßdämpfendes System was, laut Benelli, bis zu 72% des Rückstoßes dämpfen soll. Ziel war es die neue Benelli Vinci zu der Flinte werden zu lassen, die den geringsten Rückstoß überhaupt aufweist. Insbesondere um eine möglichst schnelle und präzise Schussfolge bei der Niederwildjagd zu ermöglichen.


Aufbau

Die Benelli Vinci ist neutral geschäftet und „passte“ mir auf Anhieb wie angegossen. Durch das „QuadraFit“ System lassen sich die Schaftendkappen, der Schaftrücken und die Länge des Schaftes optional zu jedem Schützen anpassen. Mit diesem System lassen sich alle wesentlichen Teile des Hinterschaftes so auswechseln, dass die Selbstladeflinte wirklich auf jeden Körper perfekt angepasst werden kann. Bei dieser individuellen Passform bleiben wirklich keine Wünsche offen.
Der „V-Grip“ an Voderschaft und Griffstück gewährleistet allzeit einen sicheren Griff der Waffe, selbst bei Nässe mit kalten Fingern oder Handschuhen.
Zur Sicherung, sie befindet sich, vom Schützen gesehen, hinter dem Abzug und wird mit dem ausgestreckten Zeigefinger von rechts (gesichert) nach links (entsichert) geschoben. Ist die Benelli Vinci entsichert so erscheint zusätzlich um die Sicherung ein roter Ring, ist sie gesichert verschwindet dieser.
Geladen kann die Selbstladeflinte mit drei Schuss, zwei ins Magazin und ein Schuss ins Patronenlager. Außerdem verfügt die Benelli Vinci über ein Schnellladesystem. Durch einführen einer Patrone durchs geöffnete Auswurffenster und anschließenden leichten Druck mit dem Daumen auf diese schließt sich das Auswurffenster automatisch und die Patrone wird ins Patronenlager eingeführt, ohne dass man noch weitere Knöpfe betätigen muss.


Ausführung

Die Selbstladeflinte ist in zwei Ausführungen erhältlich, 12/76 und 12/89. Für das Magazin ist eine Erweiterungen für 7 oder 9 Schuss erhältlich. Die Benelli Vinci wird in drei Farben geliefert, Realtree Max-5, Realtree APG und Black Synthetic und kommt in einer Lauflänge von 61cm, 66cm und 71cm.


Praxis und Eindruck

Ganz allgemein ist einer der wesentlichsten Vorteile von Selbstladeflinten der zusätzliche dritte Schuss. Sei es bei der Baujagd, wenn plötzlich mehrere Füchse springen, beim einfallen mehrerer Einten auf dem Entenstrich oder dem Ansitz auf Krähen, bei dem wirklich jeder Schuss zählt.
Ich habe die die Benelli Vinci häufig auf dem Entenansitz, der Krähenjagd, der Fasanjagd und einige Male auch bei der Baujagd geführt. Besonders schnell fiel mir die unglaublich gute Führigkeit der Waffe auf. Selbst bei dickster Winterkleidung, sobald man die Waffe anschlägt sitz sie dort wo sie sitzen soll und man hat das gewünschte Ziel gut im Blick. Ich hätte es nicht für möglich gehalten das eine neutral geschäftete Waffe durch das, oben beschrieben, QuadraFit System so sauber passt. Meiner Meinung nach ein sehr großes Plus. Auch mit schnellen Schussfolgen hatte ich kein Problem. Zum Beispiel gelang es mir bei einfallenden Enten alle drei Schüsse sauber und so schnell anzutragen, noch bevor diese ihren Landeanflug beenden konnten. Im Tarnschirm bei der Krähenjagd mit dem freundlichen Lockbild fügt sich die Benelli Vinci in „RealTree Max5“ nahtlos in die übliche Tarnausrüstung ein. Auch wenn es sicherlich Geschmackssache ist eine Waffe in Tarnmuster zu führen, so finde ich es bei Finten für die Ansitzjagd durchaus sinnvoll. Im Tarnschirm wird auch ein weiterer Vorteil der Selbstladeflinten deutlich. Denn jeder der schon einmal mit einer Doppelflinte im Schirm saß und diese nachladen musste hat sich mit Sicherheit schon einmal über den mangelnden Platz zum Flinte brechen geärgert. Bei den Selbstladeflinten allgemein geht das nachladen auf wesentlich engerem raum problemlos. Und durch das Schnellladesystem der Benelli Vinci ist diese sehr schnell wieder Einsatzbereit, auch ohne lästiges Repetieren. Ein weiterer Vorteil Benelli Vinci zur Lockjagd. An die Sicherung am Abzug musste ich mich zunächst etwas gewöhnen, auch da ich Linksschütze bin, doch die Umstellung war kein wirkliches Hindernis. Und meine Bedenken das, als Linksschütze, es stören könnte mit dem Auswurffenster auf der rechten Seite haben sich nicht bestätigt. Ich haben die Benelli Vinci in meinem Test mit verschiedensten Laborierungen geschossen und konnte keine Probleme feststellen. Die Patronenhülsen wurden immer Problemlos ausgeworfen und sauber nachgeladen. So fällt es mir wirklich schwer etwas negatives über diese Selbstladeflinte zu schreiben. Über Design lässt sich bekanntlich streiten, doch mir gefällt die Aufmachung der Benelli Vinci, sie ist schlank gehalten und nicht so kantig wie viele andere Selbstladeflinten, hat eine moderne Form und macht optisch einiges her. Eine Waffe mit der ich sehr gerne zur Jagd gegangen bin und an der ich wirklich nichts auszusetzen habe.


Mein Fazit

Eine sehr gute Selbstladeflinte für die professionelle Niederwildjagd, die einem anspruchsvollen Jäger kaum Platz für Wünsche offen lässt. Der Preis der Flinte ist ein kleines Manko, doch für eine Selbstladeflinte in dieser Qualität, welche ihres gleichen sucht, hinzunehmen. Benelli hat hier eine Flinte der Superlative entwickelt.

Kosten UVP zwischen 2169,- und 2389,-€

Jagd-Team Nordschleswig
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