Ein Jahr mit der Mauser M12 Max
Von Katharina M. Longrange, 22. August 2017

Moin liebe Geartester.
Seit einem Jahr führe ich jetzt die Mauser M12 MAX. Es wird Zeit euch von dieser Waffe zu berichten!



Warum genau diese Waffe?
Nun ja. Ich hatte mir ein paar Wochen vor der IWA 2016 eine neue Waffe gekauft. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Nun kam ich in die Gelegenheit auf dem RWS Shooting Day die neue Mauser M 12 mit Lochschaft und Handspannung zu testen.
Ich bin was Lochschäfte angeht recht voreingenommen. Da für mich alle Lochschäfte immer irgendwie unbequem waren und auch Handspannungen waren für mich meist einfach zu schwergängig.
Nun, in die Hand genommen: Wahnsinn. Ist die „bequem“. Die Schüsse mit dieser Waffe und auch die Handspannung haben zu folgendem geführt: Ich war verliebt.
Mit Waffen verhält es sich ja wie mit Schuhen. Sie müssen einem nicht nur gefallen, sie müssen auch „passen“. (Und, wie das bei mir als Frau eben auch mit Schuhen ist: Man kann nie genug davon haben).
Es war also um mich geschehen und noch auf der IWA war klar: Ich möchte diese Waffe haben!

Zur Waffe im Detail:
Meine Waffe M12 ist mit Lochschaft und Handspannung ausgestattet. Zusätzlich dazu habe ich sie direkt mit einem 47cm Lauf und Gewinde bestellt. Sie sollte für mich eine Ansitzwaffe werden, da wie bereits beschrieben, bereits kurz zuvor eine Waffe erworben hatte (welche nun als reine Drückjagdwaffe geführt wird). Daher habe ich auf der Mauser auch keine Fluchtvisierung.
Passend dazu führe ich auf dieser Waffe den original Mauser Schalldämpfer von A-Tech, was sich als perfektes Gespann erwies. Dazu gleich mehr.



Die Handspannung
Für mich ist diese Handspannung der größte Vorteil an der M12 Max! Für mich kam eine Handspannung vorher nie in Frage, da man bei den meisten Waffen einen Schieber nach vorn Schieben muss. Dazu sind meine Finger entweder zu schwächlich oder ich einfach ungeeignet. Bei der M12 wird der Hebel einfach zur Seite gedrückt. Das geht (für mich) deutlich einfacher und angenehmer! Dieser Vorgang ist auch absolut lautlos möglich, wenn man Daumen und Zeigefinger für das Spannen oder Entspannen nutzt!
Es gibt 3 mögliche Stellungen. Gesichert (linker weißer Punkt): Kammer und Abzug sind gesperrt. Mittelstellung: Kammer kann im gesicherten Zustand geöffnet werden. Rotes F: Kammer kann geöffnet werden, die Waffe ist gespannt.
Auch mit Handschuhen kann man die Waffe Problemlos spannen. Der Hebel ist also weder zu groß, noch zu klein.



Der Schaft
Wie bereits angedeutet, ist der Eingriff in den Lochschaft für mich extrem angenehm und „bequem“. Man kann die Waffe ideal in die Schulter einziehen. Auch optisch gefällt mir der Schaft mit dem Schichtholz sehr gut.



Das Magazin und Repetiervorgang
Das Magazin fasst 5+1 Patronen und lässt sich sehr schön händeln. Es geht butterweich und mit minimalem Druck in die Kammer. Ich habe die Version mit „Metall“ es gibt es aber auch in Holzoptik, welches ich mir auf jeden fall noch anschaffen werde!
Auch der Repetiervorgang geht Butterweich und angenehm. Man merkt hier einfach eine gewisse Qualität.



Die Montage
Ich habe auf der M12 die passende HexaLock Montage. Einen Bericht zu dieser Montage findet ihr hier.
Einziger Nachteil ist, dass es nicht möglich ist mein Rotpunktvisier darauf zu montieren. Für mich war es egal, da ich, wie erwähnt eine reine Drückjagdwaffe führe und auf der M12 das Glas verbleibt.

Der Abzug
Das Abzugsgewicht wird vom Hersteller mit 950g abgegeben. Leider habe ich keine Möglichkeit dies nachzumessen, daher meine rein subjektive Einschätzung: Der Abzug ist sehr fein und angenehm. Bei meiner zweiten Waffe habe ich einen Rückstecher. Dieser Fehlte mir hier in dem ganzen Jahr noch kein einziges mal, da der Abzug wirklich feingängig ist.

Die Präzision
Wenn man eine neue Waffe hat, will man natürlich am liebsten schon die ersten Schüsse auf 100m Loch in Loch haben. Das eine neue Waffe einen Moment braucht um wirklich präzise zu werden, muss ich denke ich keinem erzählen. Ich habe bei der M12 zunächst mit Geschossen mit 150grain geschossen, was längere Zeit unbefriedeigende Schussbilder zutage förderte. Nun schieße ich ein höheres Geschossgewicht (165 grain) und tada: Geht doch!

3 Schuss, 100m. Passt :)

Was mich am meisten erstaunt hat war aber, dass ich mit besagtem Mauser Schalldämpfer auch nicht mal eine Treffpunktabweichung habe. Da kann ich natürlich einfach Glück gehabt haben und soll nicht bedeuten, dass das bei dieser Kombi immer so sein muss!! Für mich ein riesen Plusspunkt, mit mir und dieser Waffe sollte es wohl einfach so sein ;)



Der Preis
Preislich liegt die Mauser M12 Max mit Lochschaft und Handspannung um die 2.100 €. Für mich definitiv ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Fazit:
Für mich ist die Mauser M12 Max nach wie vor eine Traum-Waffe. Sie ist präzise, über den Preis kann man sich nicht beklagen, sie ist führig und zuverlässig. Da ich anfänglich schon von Schuhen sprach: Die M12 Max war für mich, wie wenn man in einen gut eingelaufenenen, super bequemen Schuh schlüpft und einfach weiß: Hiermit kann nichts schief gehen. Für mich ist das bei dieser Waffe der Fall und sie wird mich sicherlich durch mein komplettes Jägerinnen-Leben begleiten.



Jagdwaffen

Kommentare

Christoph Wöhrle
Schöner Bericht. Super wenn die Waffe mal über ein Jahr hinweg betrachtet und bewertet wird. Das mit den leichten Geschossen ist interessant. Nachdem ich in der Bergara mit dem .150grs Geschossen nicht glücklich wurde habe ich das in der M12 Max in .308 gar nicht erst ausprobiert und schieße hier auch die 165grs. Alles was ich hier bisher verwendet habe bringt eine sehr gute Schussleistung, Federal Fusion, CDC, SST. Dann weiterhin Waidmannsheil mit der M12
Katharina M. Longrange
dankeschön @Springinsfeld freut mich wenn der Bericht gefällt. Meine Haenel zB. "frisst" jedes Geschossgewicht und liefert damit gute Schussbilder. Aktuell schieße ich mit der Mauser auch das SST und bin sehr zufrieden :)
Alex Niehues
Hat das Magazin eine Schulterstabilisation?
Axel Zw
Super Bericht !! Ich kann es nachvollziehen das Mann sich in diese Waffe verliebt und deshalb wollte ich diese Waffe auch haben! Nur leider hat Mauser die kürzeren Läufe so wie die dicken Läufe für die M12 Max aus dem Programm genommen und ein 56er Lauf kam für mich nicht infrage wegen Schalldämpfer! Somit ist es eine sauer 202 geworden.
Katharina M. Longrange
@Vortigaunt was meinst du damit?
Katharina M. Longrange
@Axlzw oh wie ärgerlich. Für mich wäre länger auch nicht in Frage gekommen, weil die Waffe ja doch noch "kompakt" bleiben sollte trotz Schalldämpfer. Wäre es nicht eine alternative Gewesen sie als 56er zu erwerben und eben vom Büchsenmacher kürzen und mit Gewinde versehen zu lassen? Das habe ich bei meiner Haenel so machen lassen.
Christoph Wöhrle
Ich denke kürzen und mit nem Gewinde versehen lassen dürften mittlerweile viele Büchsenmacher hinbekommen.
Katharina M. Longrange
@Vortigaunt danke für die Ausführliche Info ;) So richtig weiß ich allerdings dadurch nicht, wie das nun aussieht wenn vorhanden oder eben nicht. Daher einfach ein Bild des Magazins :) Sieht aber meines erachtens nicht danach aus?! Ha, sorry, jetzt hattest du den Kommentar ergänzt und ich bereits meinen abgegeben.
FlitzerTom .
Sehr schöner Bericht. Beim nächsten Waffenkauf wird das eine sehr schwere Entscheidung, ob ich nun die M12 max oder die 101 GTI nehmen werde. Aber ich hätte noch eine Frage: Wenn ich neue RInge zwecks einem zweiten ZFR brauche, dann muss ich gleich einen kompletten Montagesatz kaufen und könnte das Basisteil gleich in die Tonne werfen? Ich wünsche Dir viel Waidmannsheil und fette Beute mit dieser excellenten Waffe
Katharina M. Longrange
Hallo @HolzerTom das frag du mal am Besten unter dem Bericht der Montage, da ich nur ein Glas auf der Mauser führe. Ich denke aber, dass sich das so ausgehen wird. Das Basisteil ist ja fest montiert. Danke für die Wünsche :)
Alex Niehues
@longrangehuntress Was das ist, kann man gut hier nachlesen. Das Magazin von dir, hat leider keine. http://lutzmoeller.net/Waffen/Magazin.php#Magazine_mit_Schulteranlage
FlitzerTom .
Dake für Deine schnelle Antwort. Zwei Fragen hätte ich noch: Ein Waffe mit Lochschaft wäre doch optimal für die Drückjagd. Hat Du die M12 noch zur Drückjagd mit? Ist die Waffe ohne SD bezüglich der Gewichtsverteilung gut ausbalanciert oder ist die Waffe vorder- oder hinterlastig.
Katharina M. Longrange
@HolzerTom Also ich hatte die Mauser nicht bei der Drückjagd mit bisher, da ich nur ein Rotpunktvisier besitze, was auf die Mauser nicht montierbar ist (und ich führe eine reine Drückjagdwaffe in orange). ABER ich halte die Mauser dafür als ideal geeignet! Sie ist gut ausbalanciert und man greift sie einfach "Bombenfest". Daher werde ich im nächsten Jahr (nach Anschaffung einer "richtigen" Drückjagdoptik) das auf jeden Fall auch ausprobieren!
FlitzerTom .
Vielen Dank. Dann bitte ich doch um einen kleinen Erfahrungsbericht. Wegen Dir werde ich mir wahrscheinlich eine M12 Max zulegen. Du kannst gerne Provision bei Mauser beantragen. Vielleicht bekommst Du wenigsten ein schönes Basecap . Mittlerweile bekommt man schon für "kleines" Geld ein taugliches 24er oder 42er DJ-ZFR. Für eine DJ muss es jetzt nicht unbedingt ein Zeiss oder S&B sein. Grüße Thomas
Katharina M. Longrange
@HolzerTom ach da gibt es wohl "schlimmeres" an was ich schuld sein könnte ;) Und ich bin so zufrieden mit der Waffe dass ich da echt guten Gewissens bin ;) Dann schonmal viel Spaß damit. Und erstatte mal Bericht, wenn du sie hast und führst :)
FlitzerTom .
Werde ich gerne machen. Ich werde mir die Waffe spätestens zum Beginn der Bockjagd 2018 anschaffen. Nummer eins auf der Anschaffungsliste steht ein Auto. Danach folgt die Waffe (was meiner Frau nicht ganz so passt). Dafür musste die neue Coach auf Platz drei. Dafür habe ich wahrscheinlich weniger Mitspracherecht bei der Couch
XXX YYY
Lochschaft für eine Drückjagdwaffe bei der schnelles repetieren erforderlich ist? Ich denke die Hand findet nach dem Repetiervorgang den Platz am normalen Schaft besser als wenn man mit dem Daumen erst das Loch suchen muss..... Kommentar war für HolzerTom gedacht....
XXX YYY
Die Sauer 303 habe ich auch,macht mit Lochschaft Sinn da die Hand am Schaft bleibt. Beim Repetieren mit der Hand finde ich es Hinderlich,beim Mitschwingen gebe ich Dir Recht.
FlitzerTom .
Als Sportschütze ist man sowie vorgeschädigt. Im Schießsport sind Lochschäfte und Abzüge mit geringem Gewicht normal. Vielleicht fühle ich mich daher mit Lochschaft "wohler" oder es ist einfach der Placeboeffekt