Hundeführerjacke / Nachsuchenjacke Parforce "Hatz Watz II "
Von Jagderfinder , 22. Dezember 2016


Moin liebe GearTester
und herzlich willkommen zu meinem neuesten Test!

Als Hundeführer einer Deutsch-Kurzhaarhündin auf Hoch- und Niederwildjagden war ich schon seit Längerem auf der Suche nach einer universellen Jacke, die meinen Anforderungen gerecht wird.

Winddicht, wasserabweisend und atmungsaktiv
Wer schon einmal „durchgegangen“ ist, weiß, wie schwierig die Kombination dieser Anforderungen ist und wie sich das eine mit dem anderen beißt.
Bei der aktiven Jagd ist man permanent in Bewegung und benötigt maximale Atmungsaktivität, damit die Feuchtigkeit abtransportiert werden kann. Hier hat sich bei mir das Zwiebelprinzip mit einer ersten Schicht aus Merinowolle, einer Zwischenschicht aus dünnem Fleece und einer Außenschicht aus winddichtem, wasserabweisenden Material erwiesen.
WasserDICHT empfinde ich als eher unwichtig, denn je dichter etwas ist, desto weniger atmungsaktiv ist es als logische Konsequenz.

Signalfarbe mit Gelb- und Rot-Tönen
Wer schon einmal Signalrot oder –orange Töne in einem Buchenrauschen oder einer dichten, noch mit Laub behangenen Dickung gesehen hat, weiß was gemeint ist: Rotähnliche Töne gehen in anderen roten Tönen auf, was dazu führt, dass die Signalwirkung leidet.
Zudem kommt noch die Rot-Grün-Blindheit oder Schwäche, von der ca. 10 % der Männer und 0,5 % der Frauen betroffen sind. http://flexikon.doccheck.com/de/Rot-Gr%C3%BCn-Blindheit

Da ich leider selten auf Jagden mit Frauenüberschuss jage, sollte zumindest ein Signalgelb vorhanden sein. ;)


Schnell trocknend
An Druckjagdwochenenden hat man oft mehrere Tage, an denen man mitunter auch völlig nass werden kann. Wenn hier nun die Ausrüstung nicht binnen einer Nacht trocknet, steigt man am Folgetag in nasse, bzw. klamme Kleidung, was alles andere als angenehm ist.

Robust und dornenfest
Erklärt sich fast von selber, wobei man hier auch relativieren muss, denn es gibt kaum Materialien, die alle Dornen abhalten. Sofern ja, geht dies wieder zu Lasten der Atmungsaktivität.

Große und praktische Taschen
Folgende Dinge sollen in die Jacke passen:

  • Erste-Hilfe-Set
  • Hundeleine
  • Telefon
  • Autoschlüssel
  • Jagdschein im Etui
  • Munition
  • Kabelbinder
  • Handschuhe
Diese Dinge wollen alle verstaut sein, somit brauche ich Platz.

Faires Preis-Leistungsverhältnis
Ich gebe für gute Dinge sehr gerne mehr aus, wenn ich denn einen Nutzen sehe. Teure Hundeführerjacken mit zum Teil 3-lagigen Außenmaterialien sind für mich aus den oben genannten Gründen nicht sinnvoll und für mich ihr Geld nicht wert.
Somit sollte die Jacke auch maximal 250€ kosten.

Klingt nach der eierlegenden Wollmilchsau, jedoch nach längerem Stöbern bin ich auf die Parforce Hatz Watz II aufmerksam geworden.
Sie erfüllt meine oben genannten Anforderungen und machte optisch auch einen guten Eindruck.

Von der Theorie zur Praxis
Getestet wurde die Jacke jeweils auf einer Hoch- und einer Niederwildjagd in der Größe M.
Mit 1,87m und 85kg bin ich eher der L Typ. Da die Jacke jedoch groß ausfällt, sollte man lieber eine Nummer kleiner wählen.

Erster Eindruck
Die Jacke macht einen robusten Gesamteindruck mit stabilen Reißverschlüssen und Nähten.
Zur Ausstattung gehören:
  • zwei Brusttaschen mit D-Ringen
  • zwei Einschubtaschen unter den Brusttaschen mit zwei Munitionshaltern auf Klett
  • Zwei große Taschen vorne für Erste Hilfe Set, Schrotpatronen, Hundeleine oder Ähnliches
  • zwei laminierte Reißverschlüsse unter den Achseln zur besseren Belüftung
  • Eine abnehmbare Kapuze
  • Lüftungsschlitze auf dem Rücken
  • schwarze Reflektoren
  • Innenbündchen mit Daumenlöchern
  • verlängertes Rückenteil
Niederwildjagd
Das Treiben durch Senf, Ölrettich, Erlenbrüche und Brombeeren konnte der Jacke nichts anhaben, im Gegenteil, ich fühlte mich weder während den Treiben zu warmnoch in den Pausen zu kalt angezogen. Die Außentemperaturen betrugen ca. 3°C mit einem leichten Regen.
Die Fronttaschen boten ausreichend Platz für verschiedene Munitionsarten, das Telefon und die Hundeleine.
An dem linken D-Ring habe ich einen Wildgalgen befestigt, der an dem Jagdtag abwechselnd eine Ente, einen Hasen und einen Fasan getragen hat.
Mit dieser Beute wurde ich an dem Tag Jagdkönig und war natürlich rundum zufrieden!

Hochwildjagd
An diesem Wochenende ging es durch große, nasse Schilfgürtel, renaturierte Moore und Sümpfe, Fichten und Kieferndickungen und Schwarzdornhecken.
Einen kleinen Eindruck habe ich im folgenden Video von der gleichen Jagd vor 2 Jahren festhalten können:

http://youtu.be/L_StChML4yY

Obwohl ich an diesen beiden Tagen nichts aktiv zur Strecke beigetragen habe, war ich mit der Jacke mehr als zufrieden:
  • Der Schweiß ließ sich nach dem Aufbrechen leicht abwaschen
  • Die Jacke nimmt kaum Wasser auf, wird somit nicht schwer und trocknet binnen einer Nacht
  • Das Handy blieb die ganze Zeit über trocken in der Brusttasche
  • Utensilien, wie Munition, Gehörschutz und Leine waren schnell griffbereit
  • Der Tragekomfort war sehr gut
Alltag
Da wir alle, wie auch unsere Hunde ein Leben abseits der Jagd haben, nutze ich manche Ausrüstung auch im Alltag.
Die Hatz Watz II lässt sich gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit sehr gut zum Spazieren oder Fahrradfahren mit dem Hund nutzen. Dank der Signalfarbe und den Reflektorstreifen wird man gut gesehen und kann bei Regen auch die Kapuze und den hoch-abschließenden Kragen nutzen.
Die letzten Fotos sind nach drei Jagdtagen und einer 30°C Wäsche entstanden. Um alle Gebrauchsspuren zu entfernen, bedürfte es einer weiteren Wäsche.


Fazit
Wie ihr hoffentlich aus diesem Test entnehmen könnt, bin ich mit der Hatz Watz II mehr als zufrieden und werde sie weiterhin einsetzen.
Für die Hatz Watz III würde ich mir noch weiten-verstellbare Ärmelbündchen, Gürtelschlaufen für eine Koppel und eine große Hasentasche mit Reißverschluss auf dem Rücken wünschen.

Wer also auf der Suche nach einem praktikablem Allrounder ist, wird mit dieser Jacke seinen Spaß haben!
Erhältlich bei Frankonia: http://www.frankonia.de/Nachsuchejacke+Hatz-Watz+I...



Ich wünsche allen ein Frohes Fest, einenGuten Rutsch in ein wildreiches Jahr 2017!


Waidmannsheil,
Christoph

Bekleidung

Jagderfinder
Spezialist

Kommentare

Waidmann
Danke für den Bericht. Die Jacke sieht gut aus und fällt auf, das ist mir besonders wichtig! Schaue ich mir auf der Messe mal an!
Tim Berger
Schöner Bericht. Aber wofür benutzt du die Kabelbinder??
Jagderfinder
Danke, die Kabelbinder nutze ich zum Beispiel als Ersatz für die Befestigung der Glocke an der Schutzweste meines Hundes, als auch um Niederwild aufzuhängen, wenn die Schlaufen am Treiberwagen auf sind. Es gibt viele Möglichkeiten. Eignet sich auch prima für den Hirsch-Rucksack, wenn man die Methode nicht ganz so beherrscht: https://youtu.be/AhPp_m3Kz2k
Tim Berger
Ach was, Sachen gibt´s... :D Super, danke Dir!!!
Franz Baumann
Super Bericht! Danke