Jagdrucksack? Wieso eigentlich?
Von Smü am 3. März 2016

Hallo Gemeinde.

Vor einiger Zeit ist mir mal aufgefallen, dass (m)ein Jagdrucksack respektive der Besitz desselben ziemlicher Humbug ist.

Um die eintretende Schnappatmung seitens der geneigten Leserschaft ein wenig einzudämmen: bitte noch ein wenig weiterlesen.

Mein Jagdrucksack, den ich bis vor einiger Zeit hatte, war ein 5.11 Tactical Rush 24. Unter „Unverwüstlich“ findet sich im Lexikon ein Bild davon. Hammer Teil. Wie also alle anderen Jägersmenschen auch habe ich also meine Plörren da rein gepackt, die vielen Taschen genutzt, das alles zu sortieren und möglichst so zu verstauen, dass ich noch was mitnehmen kann, einen Pulli, vielleicht noch eine Regenjacke, Steckschlüsselsatz, Kasten Bier, einen Satz Winterräder. Kurzum: In dem Ding ist jede Menge Platz, aber viel zu wenig Nutzen für mich.

Das liegt zum einen daran, dass ich in Stadtrandgebieten jage, stundenlanges pirschen fern der Zivilisation ist nicht. Stattdessen: Mit dem Auto an eine sinnhafte Stelle gefahren. Von da aus vielleicht 10 Minuten Fußweg, im Maximum. Ziemlich schnell lief es darauf hinaus, dass ich mir Munition in die Tasche und Glas um den Hals gepackt habe, der Rest bleibt im Auto, für 4 Stunden Ansitz mach‘ ich mich nicht zum Sherpa.

Zum anderen gehöre ich zu den Leuten, die abseits der Jagd ebenfalls grundsätzlich einen Rucksack dabei haben, für das Alltagsgeraffel und allerlei sonstige Helferlein. Neudeutsch: EDC. Das bedeutet „Every Day Carry“ und bezeichnet all das, was man immer mit hat, wenn man das Haus verlässt. Dieser Rucksack wiederum ist ebenfalls ein 5.11, Rush 12 dieses mal. Genau so wenig kaputt zu kriegen, deutlich handlicher und immer noch mit viel Platz gesegnet. Und einige der Inhalte decken sich, sind also quasi doppelt vorhanden.

Unter diesen beiden Voraussetzungen (keine tagelangen Touren durch menschenleeres Gebiet und ohnehin berucksackt) ging der Rush 24 den Weg aller irdischen Dinge. Er verschwand via Ebay in die Hände eines Menschen, der ihn besser nutzen kann.

Allerdings: gebraucht werden die meisten Inhalte eines Jagdrucksacks ja trotzdem. Fernglas, Bergehilfe, Handschuhe, Plastiktüten, Schnur und oder Seil und was auch immer noch so mitgenommen wird. Und das will ich nicht zu Hause in den Rucksack packen, um dann doch wieder alles auszupacken, was ich nicht mitnehmen will oder am Folgetag nicht mit durch den Alltag schleifen mag. Das meiste benötigt man eh erst nach dem Beutemachen. Also kam mir die Idee einer „Jagdkiste“.

Bei Aldi und allen anderen Discountern gibt hin und wieder Kisten mit Klappdeckeln. Die sind in eher hellen Farben gehalten, was grundsätzlich in diesem Fall gut ist, dunkles auf dunklem Grund ist was für den Schwarzwildansitz, nicht, wenn ich etwas suche. Alsdann habe ich zuhause mal durchgesehen, was ich so a Etuis und sonstigen Taschen habe, da sammelt sich im Laufe der zeit ja ein bißchen was.Zusätzlichhabe ich beim Geldinstitut meines geringsten Missvertrauens einige dieser Bargeldtaschen abgegriffen. Gibt es vielleicht überall umsonst, in meinem Fall war dem so.
Man besorge sich außerdem Klebeband und Edding, alsdann thematisch ordnen: Locker in die eine Tasche, alles aus dem Bereich „Tarnung“ in die andere. Gurte hierhin, Waage dorthin. Siehe da: Ordnung!

Eine dieser Taschen habe ich für „Licht“ vorgesehen, daran wiederum den Reißverschluss gekennzeichnet, damit ich nicht erst Licht brauche, um meine Lampen zu finden.

Die Kiste kann wochenlang im Auto bleiben oder wird abends vor’m rausgehen eben in den Kofferraum gestellt.
Es handelt sich übrigens um MK I der Kiste, MK II ist bereits in Arbeit.

Smü
Greenhorn

Kommentare

Ober Jäger

SCHNAPPATMUNG!!!!!!!!!!!! Hehe, nein quatsch. Im Gegenteil: Ich finde es gut, sich so zu organisieren. Es hängt auch für mich von der Frage ab, wie man wo jagt. Es gibt gute Gründe für Rucksäcke wie auch für Kisten. Es kommt auf die Situation drauf an... Schön gemacht, Smü.

Hellbert

Er hat Jehovas gesagt!

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